Wiederaufbau Badhütte: Es warten grosse Herausforderungen
Bild: Ein nach wie vor kaum zu ertragendes Bild: die Überreste der Badhütte
Am 18. Februar 2025 findet im Stadthof Rorschach um 19.30 Uhr ein weiterer Stadtapéro statt. Die Teilnehmenden erfahren dabei die neusten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der Badhütte. Es folgen aber auch weitere Informationen zu wichtigen Themen der Stadt, unter anderem ein erster Ausblick auf den Rechnungsabschluss 2024 und das Budget 2025.
Viele Menschen in Rorschach und über die Region hinaus hat der Brand der 100-jährigen Badhütte Rorschach stark getroffen. Der Schmerz über den Verlust dieses nicht nur für Rorschach bedeutenden Treffpunkts und Kulturguts sitzt tief. Viele Erinnerungen, Geschichten und Anekdoten über unzählige Badestunden kamen und kommen immer noch hoch.
Um den Menschen einen Ort und Raum zu geben, an dem sie ihre Erinnerungen und Gedanken an die Badhütte aufschreiben können, eröffnen der Kulturverein nebelfrei./Kleberei und das GönnDir Café in Rorschach ein Erinnerungsbuch. Es liegt während der Öffnungszeiten im GönnDir Café an der Signalstrasse 15 in Rorschach auf.
An diesem Buch können sich alle Menschen beteiligen, die ihre persönlichen Erlebnisse mit der Badhütte niederschreiben oder in irgendeiner Form verewigen möchten. Es dürfen auch Fotos, Zeichnungen, Gedichte eingeklebt und eingeschrieben werden. Ebenso sind Audio- und Videobeiträge willkommen. Diese können im GönnDir Café auf einem USB-Stick abgegeben werden.
Das Erinnerungsbuch und die digitalen Beiträge sollen nach dem Wiederaufbau der Badhütte zusammen mit weiteren Publikationen über die Badhütte im Gebäude selbst oder im Stadtarchiv deponiert werden, um auch späteren Generationen die historische und gesellschaftliche Bedeutung der Badhütte vor Augen zu führen.
Nach dem verheerenden Brand vom 23. Dezember 2024, welcher die Badhütte komplett zerstörte, beschloss der Stadtrat bereits an seiner Sitzung vom 7. Januar 2025, den Wiederaufbau anzustreben. Er beauftragte die Ladner und Partner AG, Rheineck, mit der Koordination und Aufgleisung der nun anstehenden Arbeiten.
Betonstützen wohl nicht mehr nutzbar
Bereits vorliegend ist eine erste statische Beurteilung der Betonkonstruktion durch ein Ingenieurbüro. Das Resultat ist ernüchternd. Zum einen hat das Bauwerk die zu erwartende Nutzungsdauer ohnehin in einigen wenigen Jahrzehnten wohl erreicht. Die letzte Inspektion erfolgte im Jahr 2022. Sie ergab 75 Schadstellen, die im Winter 2023/2024 instand gestellt wurden. Zum anderen haben die hohen Temperaturen, denen Teile der Fundation ausgesetzt waren, das Material zusätzlich geschwächt. Es ist kaum realistisch, mit Sanierungsmassnahmen die Nutzungsdauer soweit zu verlängern, dass es sich lohnt, einen Neubau auf die bestehenden Stützen zu stellen, zumal die Belastung wegen der heutigen Bauvorschriften grösser werden dürfte und auch die Erdbebensicherheit nicht gewährleistet ist. Die weiteren Planungsarbeiten werden zeigen, ob sich vertieftere Abklärungen zur möglichen Wiederverwendung der Betonkonstruktion aufdrängen.
In einem nächsten Schritt gilt es, den Brandplatz unter fachlicher Begleitung sorgfältig zu räumen und zu dokumentieren. Ziel muss es sein, noch erhaltene Elemente dereinst wiederzuverwenden. Sobald die Plattform frei ist, lässt sich überdies auch deren Zustand besser beurteilen. Zu den Sofortmassnahmen gehört im Übrigen auch die Vermessung der Betonkonstruktion.
Viel Unterstützung
Am 13. Januar 2025 fand ein runder Tisch mit allen involvierten Anspruchsgruppen statt. Vertreten waren seitens des Kantons das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation, das Amt für Wasser und Energie, das Amt für Natur, Jagd und Fischerei, die Denkmalpflege sowie der Rechtsdienst das Amts für Umwelt. Alleine die Vielzahl der anwesenden Stellen zeigt, wie anspruchsvoll das Projekt wird.
Der Wiederaufbau der Badhütte muss ein ordentliches Bewilligungsverfahren durchlaufen. Das Objekt geniesst zwar Bestandesschutz, womit ein Ersatz grundsätzlich möglich ist, definitive Zusagen sind aber zum Vornherein nicht möglich, da es insbesondere Rechtsmittelverfahren abzuwarten gilt. Das Projekt stösst aber bei allen Kantonsvertretern auf viel Wohlwollen und Unterstützungsbereitschaft.
Schwierige Finanzierung
Weniger erfreulich sind die Aussichten in Bezug auf die Finanzierung des Wiederaufbaus. Die Gebäudeversicherung St. Gallen, die auch mit am Tisch sass, zeigt sich zwar ebenfalls konstruktiv und hilfsbereit, hat aber kaum Spielraum bezüglich der Versicherungsleistungen. Nicht gedeckelt sind die Kosten für die Nebenleistungen, d. h. die Brandplatzräumung und die Entsorgung. Für den Wiederaufbau gilt als maximale Versicherungssumme der geschätzte Neuwert, vorliegend rund 1,8 Mio. Franken. Nicht versicherbar ist ein Grossteil der Betonkonstruktion. Muss diese tatsächlich komplett ersetzt werden, verbleiben hohe ungedeckte Kosten, für welche die Finanzierung zu regeln ist. Noch können diese aber nicht beziffert werden. Es lässt sich auch noch nicht abschätzen, ob und in welchem Umfang Beiträge des Kantons (Denkmalpflege, weitere) zu erwarten sind. Zu gegebener Zeit gilt es dann auch, weitere mögliche Finanzierungsquellen zu klären (z. B. Stiftungen). Zuerst muss jedoch ein Projekt mit Kostenvoranschlag vorliegen.
Beschränkter Spielraum
Der Ersatz der Badhütte war in keiner Finanz- und Investitionsplanung der Stadt enthalten. Der finanzielle Spielraum für Eigenleistungen ist folglich beschränkt, weshalb der Stadtrat zum Vornherein zu grosse Hoffnungen auf zusätzliche Nutzungen (Sauna, Ganzjahresbetrieb, Kulturbühne etc.) dämpfen muss.
Noch ist es aber in vielerlei Hinsicht zu früh für verlässliche Prognosen. Klar ist einzig, dass die Herausforderungen gross sind. Ebenso klar ist aber, dass die Stadt bei allen involvierten Stellen und auch in der Bevölkerung auf viel Goodwill stösst. Die Zuversicht, die Badhütte erfolgreich wiederaufzubauen, bleibt also gross.
Nach dem verheerenden Brand vom 23. Dezember 2024, welcher die Badhütte komplett zerstörte, beschloss der Stadtrat bereits an seiner Sitzung vom 7. Januar 2025, den Wiederaufbau anzustreben. Er beauftragte die Ladner und Partner AG, Rheineck, mit der Koordination und Aufgleisung der nun anstehenden Arbeiten.
Betonstützen wohl nicht mehr nutzbar
Bereits vorliegend ist eine erste statische Beurteilung der Betonkonstruktion durch ein Ingenieurbüro. Das Resultat ist ernüchternd. Zum einen hat das Bauwerk die zu erwartende Nutzungsdauer ohnehin in einigen wenigen Jahrzehnten wohl erreicht. Die letzte Inspektion erfolgte im Jahr 2022. Sie ergab 75 Schadstellen, die im Winter 2023/2024 instand gestellt wurden. Zum anderen haben die hohen Temperaturen, denen Teile der Fundation ausgesetzt waren, das Material zusätzlich geschwächt. Es ist kaum realistisch, mit Sanierungsmassnahmen die Nutzungsdauer soweit zu verlängern, dass es sich lohnt, einen Neubau auf die bestehenden Stützen zu stellen, zumal die Belastung wegen der heutigen Bauvorschriften grösser werden dürfte und auch die Erdbebensicherheit nicht gewährleistet ist. Die weiteren Planungsarbeiten werden zeigen, ob sich vertieftere Abklärungen zur möglichen Wiederverwendung der Betonkonstruktion aufdrängen.
In einem nächsten Schritt gilt es, den Brandplatz unter fachlicher Begleitung sorgfältig zu räumen und zu dokumentieren. Ziel muss es sein, noch erhaltene Elemente dereinst wiederzuverwenden. Sobald die Plattform frei ist, lässt sich überdies auch deren Zustand besser beurteilen. Zu den Sofortmassnahmen gehört im Übrigen auch die Vermessung der Betonkonstruktion.
Viel Unterstützung
Am 13. Januar 2025 fand ein runder Tisch mit allen involvierten Anspruchsgruppen statt. Vertreten waren seitens des Kantons das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation, das Amt für Wasser und Energie, das Amt für Natur, Jagd und Fischerei, die Denkmalpflege sowie der Rechtsdienst das Amts für Umwelt. Alleine die Vielzahl der anwesenden Stellen zeigt, wie anspruchsvoll das Projekt wird.
Der Wiederaufbau der Badhütte muss ein ordentliches Bewilligungsverfahren durchlaufen. Das Objekt geniesst zwar Bestandesschutz, womit ein Ersatz grundsätzlich möglich ist, definitive Zusagen sind aber zum Vornherein nicht möglich, da es insbesondere Rechtsmittelverfahren abzuwarten gilt. Das Projekt stösst aber bei allen Kantonsvertretern auf viel Wohlwollen und Unterstützungsbereitschaft.
Schwierige Finanzierung
Weniger erfreulich sind die Aussichten in Bezug auf die Finanzierung des Wiederaufbaus. Die Gebäudeversicherung St. Gallen, die auch mit am Tisch sass, zeigt sich zwar ebenfalls konstruktiv und hilfsbereit, hat aber kaum Spielraum bezüglich der Versicherungsleistungen. Nicht gedeckelt sind die Kosten für die Nebenleistungen, d. h. die Brandplatzräumung und die Entsorgung. Für den Wiederaufbau gilt als maximale Versicherungssumme der geschätzte Neuwert, vorliegend rund 1,8 Mio. Franken. Nicht versicherbar ist ein Grossteil der Betonkonstruktion. Muss diese tatsächlich komplett ersetzt werden, verbleiben hohe ungedeckte Kosten, für welche die Finanzierung zu regeln ist. Noch können diese aber nicht beziffert werden. Es lässt sich auch noch nicht abschätzen, ob und in welchem Umfang Beiträge des Kantons (Denkmalpflege, weitere) zu erwarten sind. Zu gegebener Zeit gilt es dann auch, weitere mögliche Finanzierungsquellen zu klären (z. B. Stiftungen). Zuerst muss jedoch ein Projekt mit Kostenvoranschlag vorliegen.
Beschränkter Spielraum
Der Ersatz der Badhütte war in keiner Finanz- und Investitionsplanung der Stadt enthalten. Der finanzielle Spielraum für Eigenleistungen ist folglich beschränkt, weshalb der Stadtrat zum Vornherein zu grosse Hoffnungen auf zusätzliche Nutzungen (Sauna, Ganzjahresbetrieb, Kulturbühne etc.) dämpfen muss.
Noch ist es aber in vielerlei Hinsicht zu früh für verlässliche Prognosen. Klar ist einzig, dass die Herausforderungen gross sind. Ebenso klar ist aber, dass die Stadt bei allen involvierten Stellen und auch in der Bevölkerung auf viel Goodwill stösst. Die Zuversicht, die Badhütte erfolgreich wiederaufzubauen, bleibt also gross.

Am 18. Februar 2025 findet im Stadthof Rorschach um 19.30 Uhr ein weiterer Stadtapéro statt. Die Teilnehmenden erfahren dabei die neusten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der Badhütte. Es folgen aber auch weitere Informationen zu wichtigen Themen der Stadt, unter anderem ein erster Ausblick auf den Rechnungsabschluss 2024 und das Budget 2025.
Viele Menschen in Rorschach und über die Region hinaus hat der Brand der 100-jährigen Badhütte Rorschach stark getroffen. Der Schmerz über den Verlust dieses nicht nur für Rorschach bedeutenden Treffpunkts und Kulturguts sitzt tief. Viele Erinnerungen, Geschichten und Anekdoten über unzählige Badestunden kamen und kommen immer noch hoch.
Um den Menschen einen Ort und Raum zu geben, an dem sie ihre Erinnerungen und Gedanken an die Badhütte aufschreiben können, eröffnen der Kulturverein nebelfrei./Kleberei und das GönnDir Café in Rorschach ein Erinnerungsbuch. Es liegt während der Öffnungszeiten im GönnDir Café an der Signalstrasse 15 in Rorschach auf.
An diesem Buch können sich alle Menschen beteiligen, die ihre persönlichen Erlebnisse mit der Badhütte niederschreiben oder in irgendeiner Form verewigen möchten. Es dürfen auch Fotos, Zeichnungen, Gedichte eingeklebt und eingeschrieben werden. Ebenso sind Audio- und Videobeiträge willkommen. Diese können im GönnDir Café auf einem USB-Stick abgegeben werden.
Das Erinnerungsbuch und die digitalen Beiträge sollen nach dem Wiederaufbau der Badhütte zusammen mit weiteren Publikationen über die Badhütte im Gebäude selbst oder im Stadtarchiv deponiert werden, um auch späteren Generationen die historische und gesellschaftliche Bedeutung der Badhütte vor Augen zu führen.
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6 Kommentare
Guten Tag
Ich sehe jeden Tag auf die Badhütte… oder was noch übrig geblieben ist… das tut sehr weh!!!!!!!
Vielleicht eine kleine Idee: Ein Badhütte-Abzeichen für die Bevölkerung machen(wie 1. Augustabzeichen oder einen Schoggitaler… und der ganze Erlös geht an die Badhütte. Schüler, Schülerinnen, Klubs und Freiwillige sollten das 2 Tage mit Voranmeldung auf der Strasse verkaufen können.
Ich wäre voll dabei!!!! Auch mit 80 Jahren. Vielleicht gäbe es noch mehr ähnliche Ideen 🍀Grüsse Sie herzlich M.Schmocker
Vielen Dank für den kreativen Vorschlag. Der Stadtrat wird sich noch mit der Finanzierung der neuen Badhütte befassen. Noch sind aber die genaue Schadensumme und die ungedeckten Kosten nicht bekannt.
Gute Idee, es hat auch viele Gutbetuchte, die mal etwas zurückgeben könnten – wäre wirklich wirklich schade, etliche Sommer ohne Badhütte überstehen zu müssen.
Das wäre eine tolle Idee
Was ist die Ursache des Brandes?
Die Ursache des Brandes ist noch nicht bekannt. Die Kantonspolizei ist noch an der Arbeit. Die Stadt hat noch keine Informationen erhalten.