Stadtrat beantwortet Petition zum Seeufer Ost

Bild: Soll das Strandbad verschoben werden und einer privaten Überbauung weichen? Der Stadtrat sieht das heute kritisch.
In Kürze
Für den Stadtrat steht die Studie von Staufer & Hasler Architekten nicht mehr im Vordergrund. Er hat den Petitionären seine Überlegungen mitgeteilt und plant, im April 2023 eine öffentliche Mitwirkung zu diesem Thema zu starten.
Autor: Stadtrat Rorschach

Der Stadtrat verschliesst sich der geforderten öffentlichen Diskussion nicht. Er hat diese mit dem Stadtapéro vom 22. November 2022 wie angekündigt lanciert.

Kornhaus, Hafenareal, Seeufer Ost
Die Entwicklung des Seeufers östlich des Würth-Areals passt zu den aktuell ebenfalls laufenden Diskussionen zum Kornhaus und zum Hafenareal. In dieser Reihenfolge möchte der Stadtrat die Bevölkerung in die Projekte einbeziehen.

Als nächstes steht deshalb am 21. Januar 2023 ein öffentlicher Anlass zur Zukunft des Kornhauses an. Dieser setzt den Auftakt zu einem umfassenden, öffentlichen Mitwirkungsverfahren. Am 12. März 2023 befinden dann die Rorschacher Stimmberechtigten an der Urne über den Baukredit für die Neugestaltung des Hafenareals und den Neubau des Hafengebäudes. Auch dazu ist ein Stadtapéro geplant, und zwar am 21. Februar 2023. Den Abschluss macht dann das Seeufer Ost. Für dessen Entwicklung plant der Stadtrat die öffentliche Mitwirkung ab April 2023 im Anschluss an die Bürgerversammlung.

Öffentliche Antwort auf Petition An seiner Oktober-Sitzung hat der Stadtrat die in der Petition von Rorschach+ und Mitte-Partei aufgeworfenen Fragen beantwortet. Da die 128 Mitunterzeichneten keine persönliche Antwort erhalten, veröffentlicht er nachstehend seine Stellungnahme.

a) Verfolgen der Stadtrat und die Gemeinde Rorschacherberg nach wie vor das Konzept «Seeufer Ost» von Staufer & Hasler Architekten, Frauenfeld, als Leitschnur für die künftige Entwicklung?

Das Konzept von Staufer & Hasler Architekten verfolgt grundsätzlich einen spannenden Ansatz. Die Idee, das Strandbad auf Rorschacherberger Gemeindegebiet zu verlegen, um auf Rorschacher Boden eine hochstehende Wohnüberbauung zu realisieren (und mit dem Gewinn aus dem Bodenverkauf das neue Strandbad zu finanzieren), scheint bestechend. Der Stadtrat sieht heute allerdings verschiedene Stolpersteine bei der Umsetzung dieser Idee (er hat darüber bereits in der Stadtinfo Nr. 4 informiert). Das Konzept von Staufer & Hasler Architekten steht für ihn deshalb nicht mehr im Vordergrund.

b) Welche politischen Eckpunkte wurden zwischen der Stadt Rorschach und der Gemeinde Rorschacherberg basierend auf dem Konzept «Seeufer Ost» von Staufer & Hasler Architekten, Frauenfeld, ausgehandelt?

Der Gemeinderat Rorschacherberg hatte zum Konzept von Staufer & Hasler Architekten immer eine neutrale Haltung. Er würde sich gegen eine solche Entwicklung nicht wehren, sofern gewisse Rahmenbedingungen eingehalten sind (Definition einer maximalen Höhe für die neuen Überbauungen). Gegenstand der gegenseitigen Absprachen war primär eine angestrebte Beteiligung der Gemeinde Rorschacherberg am neuen Strandbad. Auch hier zeigte sich der Gemeinderat offen.

Eine solche Beteiligung ist aber nicht an eine Verschiebung des Standortes gebunden. Der Gemeinderat Rorschacherberg hat auch seine Bereitschaft signalisiert, sich in das bestehende Strandbad einzukaufen und die umfassende Sanierung als gleichberechtigter Partner mitzutragen. Diesbezüglich laufen die Verhandlungen, welche immer auch unter dem Vorbehalt stehen, dass die Rorschacherberger Bevölkerung einem entsprechenden Kreditantrag zustimmt.

c) Wenn nein, auf welcher Basis (u. a. Planungen, Abstimmung mit der Gemeinde Rorschacherberg) hat der Stadtrat eine Richtungsänderung in Bezug auf die Entwicklung des Gebiets «Seeufer Ost» eingeschlagen? Ist der Stadtrat bereit, die Konsequenzen für die Stadt Rorschach in Bezug auf die verhandelten politischen Eckpunkte aufzuzeigen?

Es sind verschiedene Überlegungen, die dazu führten, dass für den Stadtrat die Studie von Staufer & Hasler Architekten nicht mehr im Vordergrund steht:

  • Die Umzonung von Grünzone in Wohnzone an einer derart exponierten Lage ist kurz und mittelfristig kaum realisierbar. Es drohen lange Rechtsmittelverfahren mit ungewissem Ausgang. In Rorschacherberg dauerte die Planung beim Kopp-Areal acht Jahre, obwohl das Land bereits in einer Bauzone lag.
  • Die Stadt würde erst in ein neues Seebad investieren, wenn die Einzonung des Baulandes rechtskräftig und die Refinanzierung durch den Baulandverkauf gesichert ist. Bis dahin dürften – wie erwähnt – viele Jahre vergehen. Das Strandbad kann ohne umfassende Investitionen in die Infrastruktur nicht mehr so lange betrieben werden. Es würde eine mehrjährige Schliessung ohne adäquaten Ersatz drohen. Zudem ist es mehr als fraglich, ob der Kanton für Anlagen im See, wie beispielsweise dem Sprungturm, nach einem Abbruch wieder eine Konzession für einen Neubau erteilen würde.
  • Trotz des Investitionsbedarfs ist das Strandbad kein «Totalschaden». Ein Neubau wäre bedeutend teurer als eine Sanierung. Mit der Verlegung würden folglich mehrere Millionen an Restwert vernichtet. Gemäss aktueller Schätzung beläuft sich der Zeitwert der Bauten und Anlagen auf rund 6,3 Mio. Franken (Schätzung vom 2. September 2021).
  • Das Seeufer ist ein einmaliges, öffentliches Gut. Es soll aus Sicht des Stadtrates für die Allgemeinheit so weit als möglich zugänglich und nutzbar sein. Auch wenn ein Streifen direkt am See öffentlich zugänglich bliebe, wäre gemäss Konzept von Staufer & Hasler Architekten dennoch ein Grossteil der heutigen Grünfläche einigen wenigen Privilegierten vorbehalten.
  • Das aktuelle Baugebiet der Stadt Rorschach weist grosses Potenzial für neuen, attraktiven Wohnraum auf. Alleine das Projekt Feldmühle bietet längerfristig an hochattraktiver Lage Platz für rund 750 zusätzliche Einwohnende. Hinzu kommen weitere in Planung befindliche, spannende Projekte für Wohnüberbauungen, die kurz- bis mittelfristig weitere Einwohnende anziehen werden. Speziell zu erwähnen gilt es das Gebiet rund um das Spital. Mit dessen Schliessung ergibt sich eine neue Ausgangslage und grosse Chancen für die Entwicklung von neuem, höchst attraktivem Wohnraum. Alle diese Projekte stehen im Übrigen in Konkurrenz zu grossen Vorhaben in den Nachbargemeinden (Neuhus Rorschacherberg, Mühlegut Goldach, Arrivée Horn). Der Stadtrat ist von den Qualitäten der Stadt überzeugt. Diese bietet als Wohnort viele Argumente, welche den Nachbargemeinden fehlen. Es braucht aber grosse Anstrengungen, um den Projekten im bestehenden Baugebiet zum Durchbruch zu verhelfen. Der Stadtrat möchte seine Ressourcen und diejenigen der Verwaltung dafür einsetzen.

Auf die angestrebte Zusammenarbeit mit der Gemeinde Rorschacherberg haben diese Überlegungen keinen Einfluss, da der Gemeinderat Rorschacherberg seine Beteiligung am Strandbad wie vorstehend erwähnt nie von der Umsetzung des Konzeptes von Staufer & Hasler Architekten abhängig gemacht hat.

d) In welcher Form und zu welchem Zeitpunkt plant der Stadtrat Rorschach eine öffentliche Diskussion über die Konzeptergebnisse von Staufer & Hasler Architekten zu führen und die eigene Vorstellung der Entwicklung Seeufer Ost darzulegen?

Der Stadtrat hat die Studie von Staufer & Hasler Architekten bereits in der Stadtinfo Nr. 4 grob vorgestellt und den Link zur detaillierten Dokumentation öffentlich bekannt gemacht. Er hat auch seinen aktuellen Standpunkt dargelegt.

Am Stadtapéro vom 22. November 2022 ist der Stadtpräsident auch auf das Seeufer Ost eingegangen und hat auf die öffentliche Mitwirkung hingewiesen. Diese ist jedoch erst nach der Bürgerversammlung 2023 geplant, da zuerst die Mitwirkung für das Kornhaus stattfinden soll, welche einen Zusammenhang hat mit der Urnenabstimmung vom 12. März 2023 über den Baukredit für das Hafengebäude und die Hafenplatzgestaltung. Wie genau sich die Mitwirkung für die Entwicklung des Seeufers Ost gestalten wird, ist noch nicht definiert. Es sollen aber alle Einwohnenden die Möglichkeit haben, sich zu diesem Thema zu äussern und Vorschläge einzubringen (E-Mitwirkung).

e) Die Entwicklung Seeufer ist komplex und wird einige Jahre in Anspruch nehmen. Wann beabsichtigt der Stadtrat, mit der konkreten Entwicklung zu starten?

Der Stadtrat möchte zusammen mit der Gemeinde Rorschacherberg möglichst schnell die Sanierung des Strandbades an die Hand nehmen, da gewisse Anlageteile keinen Aufschub mehr zulassen. Entsprechend wird er bereits über die Investitionsrechnung 2023 notwendige Kredite einholen. Diese sollen jedoch unter dem Vorbehalt stehen, dass die an die Bürgerversammlung anschliessende Mitwirkung eine Zustimmung zur Stossrichtung des Stadtrates ergibt. Erfolgt eine Sanierung des Strandbades, verbleibt das Entwicklungsgebiet im Bereich des ehemaligen Schlachthofes. Dieses ist bereits einer Bauzone zugeteilt, liegt aber auf dem Gemeindegebiet von Rorschacherberg. Angedacht ist dort auch nach der Studie von Staufer & Hasler Architekten ein Hotelbetrieb. Der Stadtrat ist aber offen für weitere Ideen im Rahmen der Mitwirkung. Er wird diese auf jeden Fall abwarten, bevor er diesbezüglich weitere Entscheidungen trifft.

f) Wie erklärt der Stadtrat die grosse Differenz zwischen dem Voranschlag 2022 und der beabsichtigten Investition von Fr. 500 000.00? Wurden Varianten geprüft?

Der Kredit im Budget 2022 enthielt nicht etwa den Ersatz der Rutschbahn, für welchen der Stadtrat mit Kosten von rund Fr. 500 000.00 rechnet, sondern notwendige Sanierungsmassnahmen, um den ordentlichen Badebetrieb 2022 zu gewährleisten.

g) Inwiefern verhindern die geplanten Investitionen und Sanierungsmassnahmen die Weiterentwicklung eines grösseren Konzepts im Sinne der Projektideen von Staufer & Hasler Architekten?

Eine Entwicklung im Sinne der Projektideen von Staufer & Hasler Architekten benötigt auf jeden Fall viele Jahre Vorlaufzeit. Ohne Sanierungsmassnahmen am Strandbad müsste dieses stillgelegt werden. Die Investitionskredite 2023 (z. B. Ersatz Rutschbahn auf die Saison 2024) sollen aber – wie erwähnt – unter dem Vorbehalt der Mitwirkung stehen.

Der Stadtrat verschliesst sich der geforderten öffentlichen Diskussion nicht. Er hat diese mit dem Stadtapéro vom 22. November 2022 wie angekündigt lanciert.

Kornhaus, Hafenareal, Seeufer Ost
Die Entwicklung des Seeufers östlich des Würth-Areals passt zu den aktuell ebenfalls laufenden Diskussionen zum Kornhaus und zum Hafenareal. In dieser Reihenfolge möchte der Stadtrat die Bevölkerung in die Projekte einbeziehen.

Als nächstes steht deshalb am 21. Januar 2023 ein öffentlicher Anlass zur Zukunft des Kornhauses an. Dieser setzt den Auftakt zu einem umfassenden, öffentlichen Mitwirkungsverfahren. Am 12. März 2023 befinden dann die Rorschacher Stimmberechtigten an der Urne über den Baukredit für die Neugestaltung des Hafenareals und den Neubau des Hafengebäudes. Auch dazu ist ein Stadtapéro geplant, und zwar am 21. Februar 2023. Den Abschluss macht dann das Seeufer Ost. Für dessen Entwicklung plant der Stadtrat die öffentliche Mitwirkung ab April 2023 im Anschluss an die Bürgerversammlung.

Öffentliche Antwort auf Petition An seiner Oktober-Sitzung hat der Stadtrat die in der Petition von Rorschach+ und Mitte-Partei aufgeworfenen Fragen beantwortet. Da die 128 Mitunterzeichneten keine persönliche Antwort erhalten, veröffentlicht er nachstehend seine Stellungnahme.

a) Verfolgen der Stadtrat und die Gemeinde Rorschacherberg nach wie vor das Konzept «Seeufer Ost» von Staufer & Hasler Architekten, Frauenfeld, als Leitschnur für die künftige Entwicklung?

Das Konzept von Staufer & Hasler Architekten verfolgt grundsätzlich einen spannenden Ansatz. Die Idee, das Strandbad auf Rorschacherberger Gemeindegebiet zu verlegen, um auf Rorschacher Boden eine hochstehende Wohnüberbauung zu realisieren (und mit dem Gewinn aus dem Bodenverkauf das neue Strandbad zu finanzieren), scheint bestechend. Der Stadtrat sieht heute allerdings verschiedene Stolpersteine bei der Umsetzung dieser Idee (er hat darüber bereits in der Stadtinfo Nr. 4 informiert). Das Konzept von Staufer & Hasler Architekten steht für ihn deshalb nicht mehr im Vordergrund.

b) Welche politischen Eckpunkte wurden zwischen der Stadt Rorschach und der Gemeinde Rorschacherberg basierend auf dem Konzept «Seeufer Ost» von Staufer & Hasler Architekten, Frauenfeld, ausgehandelt?

Der Gemeinderat Rorschacherberg hatte zum Konzept von Staufer & Hasler Architekten immer eine neutrale Haltung. Er würde sich gegen eine solche Entwicklung nicht wehren, sofern gewisse Rahmenbedingungen eingehalten sind (Definition einer maximalen Höhe für die neuen Überbauungen). Gegenstand der gegenseitigen Absprachen war primär eine angestrebte Beteiligung der Gemeinde Rorschacherberg am neuen Strandbad. Auch hier zeigte sich der Gemeinderat offen.

Eine solche Beteiligung ist aber nicht an eine Verschiebung des Standortes gebunden. Der Gemeinderat Rorschacherberg hat auch seine Bereitschaft signalisiert, sich in das bestehende Strandbad einzukaufen und die umfassende Sanierung als gleichberechtigter Partner mitzutragen. Diesbezüglich laufen die Verhandlungen, welche immer auch unter dem Vorbehalt stehen, dass die Rorschacherberger Bevölkerung einem entsprechenden Kreditantrag zustimmt.

c) Wenn nein, auf welcher Basis (u. a. Planungen, Abstimmung mit der Gemeinde Rorschacherberg) hat der Stadtrat eine Richtungsänderung in Bezug auf die Entwicklung des Gebiets «Seeufer Ost» eingeschlagen? Ist der Stadtrat bereit, die Konsequenzen für die Stadt Rorschach in Bezug auf die verhandelten politischen Eckpunkte aufzuzeigen?

Es sind verschiedene Überlegungen, die dazu führten, dass für den Stadtrat die Studie von Staufer & Hasler Architekten nicht mehr im Vordergrund steht:

  • Die Umzonung von Grünzone in Wohnzone an einer derart exponierten Lage ist kurz und mittelfristig kaum realisierbar. Es drohen lange Rechtsmittelverfahren mit ungewissem Ausgang. In Rorschacherberg dauerte die Planung beim Kopp-Areal acht Jahre, obwohl das Land bereits in einer Bauzone lag.
  • Die Stadt würde erst in ein neues Seebad investieren, wenn die Einzonung des Baulandes rechtskräftig und die Refinanzierung durch den Baulandverkauf gesichert ist. Bis dahin dürften – wie erwähnt – viele Jahre vergehen. Das Strandbad kann ohne umfassende Investitionen in die Infrastruktur nicht mehr so lange betrieben werden. Es würde eine mehrjährige Schliessung ohne adäquaten Ersatz drohen. Zudem ist es mehr als fraglich, ob der Kanton für Anlagen im See, wie beispielsweise dem Sprungturm, nach einem Abbruch wieder eine Konzession für einen Neubau erteilen würde.
  • Trotz des Investitionsbedarfs ist das Strandbad kein «Totalschaden». Ein Neubau wäre bedeutend teurer als eine Sanierung. Mit der Verlegung würden folglich mehrere Millionen an Restwert vernichtet. Gemäss aktueller Schätzung beläuft sich der Zeitwert der Bauten und Anlagen auf rund 6,3 Mio. Franken (Schätzung vom 2. September 2021).
  • Das Seeufer ist ein einmaliges, öffentliches Gut. Es soll aus Sicht des Stadtrates für die Allgemeinheit so weit als möglich zugänglich und nutzbar sein. Auch wenn ein Streifen direkt am See öffentlich zugänglich bliebe, wäre gemäss Konzept von Staufer & Hasler Architekten dennoch ein Grossteil der heutigen Grünfläche einigen wenigen Privilegierten vorbehalten.
  • Das aktuelle Baugebiet der Stadt Rorschach weist grosses Potenzial für neuen, attraktiven Wohnraum auf. Alleine das Projekt Feldmühle bietet längerfristig an hochattraktiver Lage Platz für rund 750 zusätzliche Einwohnende. Hinzu kommen weitere in Planung befindliche, spannende Projekte für Wohnüberbauungen, die kurz- bis mittelfristig weitere Einwohnende anziehen werden. Speziell zu erwähnen gilt es das Gebiet rund um das Spital. Mit dessen Schliessung ergibt sich eine neue Ausgangslage und grosse Chancen für die Entwicklung von neuem, höchst attraktivem Wohnraum. Alle diese Projekte stehen im Übrigen in Konkurrenz zu grossen Vorhaben in den Nachbargemeinden (Neuhus Rorschacherberg, Mühlegut Goldach, Arrivée Horn). Der Stadtrat ist von den Qualitäten der Stadt überzeugt. Diese bietet als Wohnort viele Argumente, welche den Nachbargemeinden fehlen. Es braucht aber grosse Anstrengungen, um den Projekten im bestehenden Baugebiet zum Durchbruch zu verhelfen. Der Stadtrat möchte seine Ressourcen und diejenigen der Verwaltung dafür einsetzen.

Auf die angestrebte Zusammenarbeit mit der Gemeinde Rorschacherberg haben diese Überlegungen keinen Einfluss, da der Gemeinderat Rorschacherberg seine Beteiligung am Strandbad wie vorstehend erwähnt nie von der Umsetzung des Konzeptes von Staufer & Hasler Architekten abhängig gemacht hat.

d) In welcher Form und zu welchem Zeitpunkt plant der Stadtrat Rorschach eine öffentliche Diskussion über die Konzeptergebnisse von Staufer & Hasler Architekten zu führen und die eigene Vorstellung der Entwicklung Seeufer Ost darzulegen?

Der Stadtrat hat die Studie von Staufer & Hasler Architekten bereits in der Stadtinfo Nr. 4 grob vorgestellt und den Link zur detaillierten Dokumentation öffentlich bekannt gemacht. Er hat auch seinen aktuellen Standpunkt dargelegt.

Am Stadtapéro vom 22. November 2022 ist der Stadtpräsident auch auf das Seeufer Ost eingegangen und hat auf die öffentliche Mitwirkung hingewiesen. Diese ist jedoch erst nach der Bürgerversammlung 2023 geplant, da zuerst die Mitwirkung für das Kornhaus stattfinden soll, welche einen Zusammenhang hat mit der Urnenabstimmung vom 12. März 2023 über den Baukredit für das Hafengebäude und die Hafenplatzgestaltung. Wie genau sich die Mitwirkung für die Entwicklung des Seeufers Ost gestalten wird, ist noch nicht definiert. Es sollen aber alle Einwohnenden die Möglichkeit haben, sich zu diesem Thema zu äussern und Vorschläge einzubringen (E-Mitwirkung).

e) Die Entwicklung Seeufer ist komplex und wird einige Jahre in Anspruch nehmen. Wann beabsichtigt der Stadtrat, mit der konkreten Entwicklung zu starten?

Der Stadtrat möchte zusammen mit der Gemeinde Rorschacherberg möglichst schnell die Sanierung des Strandbades an die Hand nehmen, da gewisse Anlageteile keinen Aufschub mehr zulassen. Entsprechend wird er bereits über die Investitionsrechnung 2023 notwendige Kredite einholen. Diese sollen jedoch unter dem Vorbehalt stehen, dass die an die Bürgerversammlung anschliessende Mitwirkung eine Zustimmung zur Stossrichtung des Stadtrates ergibt. Erfolgt eine Sanierung des Strandbades, verbleibt das Entwicklungsgebiet im Bereich des ehemaligen Schlachthofes. Dieses ist bereits einer Bauzone zugeteilt, liegt aber auf dem Gemeindegebiet von Rorschacherberg. Angedacht ist dort auch nach der Studie von Staufer & Hasler Architekten ein Hotelbetrieb. Der Stadtrat ist aber offen für weitere Ideen im Rahmen der Mitwirkung. Er wird diese auf jeden Fall abwarten, bevor er diesbezüglich weitere Entscheidungen trifft.

f) Wie erklärt der Stadtrat die grosse Differenz zwischen dem Voranschlag 2022 und der beabsichtigten Investition von Fr. 500 000.00? Wurden Varianten geprüft?

Der Kredit im Budget 2022 enthielt nicht etwa den Ersatz der Rutschbahn, für welchen der Stadtrat mit Kosten von rund Fr. 500 000.00 rechnet, sondern notwendige Sanierungsmassnahmen, um den ordentlichen Badebetrieb 2022 zu gewährleisten.

g) Inwiefern verhindern die geplanten Investitionen und Sanierungsmassnahmen die Weiterentwicklung eines grösseren Konzepts im Sinne der Projektideen von Staufer & Hasler Architekten?

Eine Entwicklung im Sinne der Projektideen von Staufer & Hasler Architekten benötigt auf jeden Fall viele Jahre Vorlaufzeit. Ohne Sanierungsmassnahmen am Strandbad müsste dieses stillgelegt werden. Die Investitionskredite 2023 (z. B. Ersatz Rutschbahn auf die Saison 2024) sollen aber – wie erwähnt – unter dem Vorbehalt der Mitwirkung stehen.

Mit dem Abbruch des Strandbades und dem (neuen) Parkplatz würde auch viel Restwert vernichtet.
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