Finanzplanung 2027–2031: solide Basis trotz hoher Investitionen
Bild: Viele Entwicklungen gehen in die gewünschte Richtung.
Der Finanzplan ist kein Mehrjahresbudget, sondern ein strategisches Führungsinstrument. Er zeigt auf, wie sich der städtische Haushalt unter den getroffenen Annahmen entwickeln könnte. Entscheidend sind deshalb weniger einzelne Zahlen als vielmehr die finanzielle Entwicklung und die daraus erkennbaren Risiken.
Planung basiert auf verschiedenen Annahmen
Ausgangspunkt ist das Budget 2026. Für die Planjahre wird mit einem weiteren Bevölkerungswachstum, einer moderaten Teuerung und steigenden Personalaufwendungen gerechnet. Gleichzeitig sollen die Steuererträge natürlicher Personen aufgrund der wachsenden Bevölkerung weiter zunehmen. Bei den übrigen Steuerarten wird grösstenteils von stabilen Erträgen ausgegangen.
Besonders wichtig ist die Annahme zu den Schuldzinsen: Die Finanzplanung rechnet während der gesamten Periode mit einem Zinssatz von lediglich 1,0 Prozent. Diese Annahme hat angesichts der steigenden Verschuldung erheblichen Einfluss auf die Ergebnisse.
40,8 Millionen Franken Investitionen
Für die Jahre 2027 bis 2031 sind Nettoinvestitionen von insgesamt 40,766 Mio. Franken vorgesehen. Aus kreditrechtlichen Gründen konzentrieren sie sich vor allem auf die Jahre 2027 und 2028. Entsprechend tief ist in diesen Jahren der Selbstfinanzierungsgrad.
Für die Berechnung von Abschreibungen, Verschuldung und Zinsen geht die Planung davon aus, dass 70 Prozent der Investitionen tatsächlich im vorgesehenen Zeitraum umgesetzt werden. Dieser Realisierungsgrad ist angesichts des hohen Investitionsvolumens, der verfügbaren personellen Ressourcen sowie möglicher Verzögerungen bei Planung, Bewilligung und Ausführung optimistisch.
Ein hoher Realisierungsgrad belastet die Finanzplanung negativ. Werden weniger Projekte umgesetzt, fallen auch Verschuldung, Abschreibungen und Zinsbelastung tiefer aus als prognostiziert.
Steigende Verschuldung erhöht das Zinsrisiko
Die hohen Investitionen können nicht vollständig aus selbst erwirtschafteten Mitteln finanziert werden. Die Finanzverbindlichkeiten steigen gemäss Planung von rund 67,6 Mio. Franken Ende 2027 auf rund 79,7 Mio. Franken Ende 2031.
Damit wird die Stadt stärker von günstigen Finanzierungskonditionen abhängig. Solange sich Rorschach weiterhin zu tiefen Zinsen refinanzieren kann, bleibt die Belastung tragbar. Ein deutlicher Zinsanstieg würde sich bei der höheren Verschuldung hingegen direkt auf die Erfolgsrechnung auswirken.
Darin liegt das grösste finanzielle Risiko der Planung. Investitionen müssen deshalb weiterhin konsequent nach Notwendigkeit, Dringlichkeit und tatsächlicher Realisierbarkeit priorisiert werden.
Operatives Ergebnis verbessert sich
Der betriebliche Aufwand bewegt sich in den Planjahren zwischen rund 76,4 und 78,0 Mio. Franken. Der betriebliche Ertrag steigt insgesamt von rund 71,1 Mio. Franken im Jahr 2027 auf rund 73,0 Mio. Franken im Jahr 2031. Wesentlich dazu beitragen sollen die zunehmenden Steuererträge.
Trotz dieser positiven Entwicklung vermag der betriebliche Ertrag den betrieblichen Aufwand noch nicht vollständig zu decken. Nach Einbezug des Finanzergebnisses resultiert weiterhin ein operatives Defizit. Dieses reduziert sich jedoch kontinuierlich: von rund 3,21 Mio. Franken im Jahr 2027 auf 2,33 Mio. Franken im Jahr 2031.
Die Richtung stimmt damit. Gleichzeitig zeigt sich, dass der ordentliche Haushalt während der gesamten Planperiode noch nicht aus eigener Kraft ausgeglichen ist.
Aufwertungsreserve nur noch bis 2033
Dass die Finanzplanung für 2027 bis 2031 dennoch positive Jahresergebnisse ausweist, ist wesentlich auf ausserordentliche Erträge zurückzuführen. Jährlich können 5 Mio. Franken aus der Aufwertungsreserve bezogen werden.
Diese Möglichkeit besteht allerdings nur noch bis 2033. Danach fällt dieser Beitrag weg. Für die finanzpolitische Beurteilung ist deshalb vor allem das operative Ergebnis entscheidend. Ziel muss sein, den ordentlichen Haushalt bis dahin weiter zu stärken.
Eigenkapital schafft Handlungsspielraum
Trotz der hohen Investitionen verfügt Rorschach weiterhin über eine solide Eigenkapitalbasis. Das gesamte Eigenkapital sinkt gemäss Planung bis Ende 2031 auf rund 75 Mio. Franken, wobei dieser Rückgang wesentlich mit dem planmässigen Abbau der Aufwertungsreserve zusammenhängt.
Gleichzeitig steigt der Bilanzüberschuss auf rund 48,6 Mio. Franken. In der Langfristplanung wird für Ende 2035 weiterhin ein freies Eigenkapital von rund 54 Mio. Franken erwartet.
Damit können auch nach dem Wegfall der Aufwertungsreserve kleinere Defizite aufgefangen werden. Dies ist eine komfortable Ausgangslage. Dauerhafte operative Fehlbeträge sollten jedoch nicht über das Eigenkapital finanziert werden.
Gute Ausgangslage mit klaren Risiken
Aus Sicht des öffentlichen Rechnungswesens präsentiert sich die Finanzplanung insgesamt solide. Die Stadt verfügt über eine starke Eigenkapitalbasis, erwartet wachsende Steuererträge und kann das vorgesehene Investitionsprogramm aus heutiger Sicht tragen. Positiv ist insbesondere, dass sich das operative Defizit laufend reduziert.
Die beiden zentralen Risiken bleiben jedoch bestehen: die steigende Verschuldung und damit die zunehmende Abhängigkeit von tiefen Zinsen sowie der Wegfall der jährlichen Bezüge aus der Aufwertungsreserve nach 2033.
Die finanzpolitische Aufgabe der kommenden Jahre ist deshalb klar: Investitionen konsequent priorisieren, den laufenden Aufwand im Griff behalten und das operative Ergebnis weiter verbessern. Gelingt dies, bleibt genügend Spielraum, um auch langfristig ein attraktives Leistungsangebot, eine tragbare Verschuldung und einen stabilen Steuerfuss (129 %) miteinander zu verbinden.
Der Finanzplan ist kein Mehrjahresbudget, sondern ein strategisches Führungsinstrument. Er zeigt auf, wie sich der städtische Haushalt unter den getroffenen Annahmen entwickeln könnte. Entscheidend sind deshalb weniger einzelne Zahlen als vielmehr die finanzielle Entwicklung und die daraus erkennbaren Risiken.
Planung basiert auf verschiedenen Annahmen
Ausgangspunkt ist das Budget 2026. Für die Planjahre wird mit einem weiteren Bevölkerungswachstum, einer moderaten Teuerung und steigenden Personalaufwendungen gerechnet. Gleichzeitig sollen die Steuererträge natürlicher Personen aufgrund der wachsenden Bevölkerung weiter zunehmen. Bei den übrigen Steuerarten wird grösstenteils von stabilen Erträgen ausgegangen.
Besonders wichtig ist die Annahme zu den Schuldzinsen: Die Finanzplanung rechnet während der gesamten Periode mit einem Zinssatz von lediglich 1,0 Prozent. Diese Annahme hat angesichts der steigenden Verschuldung erheblichen Einfluss auf die Ergebnisse.
40,8 Millionen Franken Investitionen
Für die Jahre 2027 bis 2031 sind Nettoinvestitionen von insgesamt 40,766 Mio. Franken vorgesehen. Aus kreditrechtlichen Gründen konzentrieren sie sich vor allem auf die Jahre 2027 und 2028. Entsprechend tief ist in diesen Jahren der Selbstfinanzierungsgrad.
Für die Berechnung von Abschreibungen, Verschuldung und Zinsen geht die Planung davon aus, dass 70 Prozent der Investitionen tatsächlich im vorgesehenen Zeitraum umgesetzt werden. Dieser Realisierungsgrad ist angesichts des hohen Investitionsvolumens, der verfügbaren personellen Ressourcen sowie möglicher Verzögerungen bei Planung, Bewilligung und Ausführung optimistisch.
Ein hoher Realisierungsgrad belastet die Finanzplanung negativ. Werden weniger Projekte umgesetzt, fallen auch Verschuldung, Abschreibungen und Zinsbelastung tiefer aus als prognostiziert.
Steigende Verschuldung erhöht das Zinsrisiko
Die hohen Investitionen können nicht vollständig aus selbst erwirtschafteten Mitteln finanziert werden. Die Finanzverbindlichkeiten steigen gemäss Planung von rund 67,6 Mio. Franken Ende 2027 auf rund 79,7 Mio. Franken Ende 2031.
Damit wird die Stadt stärker von günstigen Finanzierungskonditionen abhängig. Solange sich Rorschach weiterhin zu tiefen Zinsen refinanzieren kann, bleibt die Belastung tragbar. Ein deutlicher Zinsanstieg würde sich bei der höheren Verschuldung hingegen direkt auf die Erfolgsrechnung auswirken.
Darin liegt das grösste finanzielle Risiko der Planung. Investitionen müssen deshalb weiterhin konsequent nach Notwendigkeit, Dringlichkeit und tatsächlicher Realisierbarkeit priorisiert werden.
Operatives Ergebnis verbessert sich
Der betriebliche Aufwand bewegt sich in den Planjahren zwischen rund 76,4 und 78,0 Mio. Franken. Der betriebliche Ertrag steigt insgesamt von rund 71,1 Mio. Franken im Jahr 2027 auf rund 73,0 Mio. Franken im Jahr 2031. Wesentlich dazu beitragen sollen die zunehmenden Steuererträge.
Trotz dieser positiven Entwicklung vermag der betriebliche Ertrag den betrieblichen Aufwand noch nicht vollständig zu decken. Nach Einbezug des Finanzergebnisses resultiert weiterhin ein operatives Defizit. Dieses reduziert sich jedoch kontinuierlich: von rund 3,21 Mio. Franken im Jahr 2027 auf 2,33 Mio. Franken im Jahr 2031.
Die Richtung stimmt damit. Gleichzeitig zeigt sich, dass der ordentliche Haushalt während der gesamten Planperiode noch nicht aus eigener Kraft ausgeglichen ist.
Aufwertungsreserve nur noch bis 2033
Dass die Finanzplanung für 2027 bis 2031 dennoch positive Jahresergebnisse ausweist, ist wesentlich auf ausserordentliche Erträge zurückzuführen. Jährlich können 5 Mio. Franken aus der Aufwertungsreserve bezogen werden.
Diese Möglichkeit besteht allerdings nur noch bis 2033. Danach fällt dieser Beitrag weg. Für die finanzpolitische Beurteilung ist deshalb vor allem das operative Ergebnis entscheidend. Ziel muss sein, den ordentlichen Haushalt bis dahin weiter zu stärken.
Eigenkapital schafft Handlungsspielraum
Trotz der hohen Investitionen verfügt Rorschach weiterhin über eine solide Eigenkapitalbasis. Das gesamte Eigenkapital sinkt gemäss Planung bis Ende 2031 auf rund 75 Mio. Franken, wobei dieser Rückgang wesentlich mit dem planmässigen Abbau der Aufwertungsreserve zusammenhängt.
Gleichzeitig steigt der Bilanzüberschuss auf rund 48,6 Mio. Franken. In der Langfristplanung wird für Ende 2035 weiterhin ein freies Eigenkapital von rund 54 Mio. Franken erwartet.
Damit können auch nach dem Wegfall der Aufwertungsreserve kleinere Defizite aufgefangen werden. Dies ist eine komfortable Ausgangslage. Dauerhafte operative Fehlbeträge sollten jedoch nicht über das Eigenkapital finanziert werden.
Gute Ausgangslage mit klaren Risiken
Aus Sicht des öffentlichen Rechnungswesens präsentiert sich die Finanzplanung insgesamt solide. Die Stadt verfügt über eine starke Eigenkapitalbasis, erwartet wachsende Steuererträge und kann das vorgesehene Investitionsprogramm aus heutiger Sicht tragen. Positiv ist insbesondere, dass sich das operative Defizit laufend reduziert.
Die beiden zentralen Risiken bleiben jedoch bestehen: die steigende Verschuldung und damit die zunehmende Abhängigkeit von tiefen Zinsen sowie der Wegfall der jährlichen Bezüge aus der Aufwertungsreserve nach 2033.
Die finanzpolitische Aufgabe der kommenden Jahre ist deshalb klar: Investitionen konsequent priorisieren, den laufenden Aufwand im Griff behalten und das operative Ergebnis weiter verbessern. Gelingt dies, bleibt genügend Spielraum, um auch langfristig ein attraktives Leistungsangebot, eine tragbare Verschuldung und einen stabilen Steuerfuss (129 %) miteinander zu verbinden.
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