Ehrenbürgerrechte der Stadt Rorschach für Josef Zoller und Otmar Elsener

Bild: Otmar Elsener (l) und Josef Zoller durften an der Bürgerversammlung vom 26. März 2024 die Urkunde für das Ehrenbürgerrecht der Stadt Rorschach entgegennehmen.

Ehrenbürgerrecht

Im kantonalen Recht gibt es keine Bestimmungen zur Erteilung des Ehrenbürgerrechts an Personen, die sich um die Öffentlichkeit besonders verdient gemacht haben.

Beim Ehrenbürgerrecht handelt es sich um einen Ehrentitel mit symbolischem Charakter. Es wird gestützt auf einen Beschluss des Stadtrates verliehen und hat nicht die rechtlichen Wirkungen einer Einbürgerung, führt also nicht zum Erwerb des Gemeindebürgerrechts. Deshalb ist es nicht erforderlich, dass die für die Auszeichnung vorgesehene Person irgendwelche formellen oder materiellen Einbürgerungsvoraussetzungen erfüllt.

Der Ehrentitel kann an Personen mit Schweizer Bürgerrecht und an Personen mit ausländischer Staatangehörigkeit verliehen werden, die einen besonderen Bezug zur Stadt aufweisen oder ihr gegenüber besondere Verdienste erbracht haben.

Autor: Stadtrat
Der Stadtrat würdigte an der Bürgerversammlung vom 26. März 2024 mit Josef Zoller und Otmar Elsener zwei verdiente Persönlichkeiten für ihr jahrzehntelanges Wirken in und um die Stadt mit dem Rorschacher Ehrenbürgerrecht.

Josef Zoller und Otmar Elsener erfüllen in vorzüglicher Weise die Voraussetzungen für die Verleihung des Ehrenbürgerrechts. Es gilt in beiden Fällen, ein riesiges ehrenamtliches Engagement über Jahrzehnte als eigentliche Lebenswerke zu anerkennen und zu würdigen.

Zoller Josef, wohnhaft in Rorschach seit 1961, geboren 1936, verheiratet, Bürger von Au SG

Josef Zoller ist in Rorschach aufgewachsen. Nach seiner Ausbildung zum Primarlehrer am Lehrerseminar Rorschach unterrichtete er kurz, bevor er seine Passion, Biologie und Botanik, zum Beruf machte. Er studierte an der Universität Zürich und wirkte ab 1964 als Lehrer am Lehrerseminar in Rorschach. Heute würde man sagen, er war Dozent an der Pädagogischen Hochschule.

Josef Zoller machte sich über Jahrzehnte einen Namen als anerkannter Biologe und Botaniker. Mit seinen Studierenden verlegte er den Unterricht in die Natur. Forschend und inventarisierend brachte er ihnen die Zusammenhänge der Ökologie und Wichtigkeit einer intakten Umwelt bei. Er thematisierte schon in den 60er Jahren die zunehmend dramatische Zerstörung der natürlichen Lebensräume für Amphibien. Mit seinem riesigen Netzwerk im ganzen Kanton St. Gallen und mit immer zahlreich durch ihn motivierten Studierenden inventarisierte er laufend solche Lebensräume und suchte und fand Wege, diese zu erhalten und zu schützen.

Unermüdlich ist er dabei, wenn seit 1973 beim Mötteliweiher Amphibiensperren aufgestellt oder seit 1983 im Schollenried in Altstätten Tümpel angelegt werden. Dasselbe gilt für die Pflege des Riets in Altenrhein durch den Naturschutzverein.

Mitte der 80er Jahre wurde der mittlerweile verstorbene Kinderarzt Dr. Weber beim Seminar vorstellig und regte an, dass der riesige Obstgarten rund um das Kloster Mariaberg wieder hergestellt werden solle. Man hätte dann einfach ertragreiche Obstbäume pflanzen können. Aber auf Bestreben von Josef Zoller wurde dem Anliegen des Kindearztes stattgegeben.

Dank Verbindungen zu «Pro Spezie Rare» und der Sortenorganisation «Fructus» wurden gezielt alte, vor dem Aussterben bedrohte Obstbaumsorten gesucht und gepflanzt. Und so entstand über Jahrzehnte ein eindrücklicher Obstgarten mit seltenen Obstsorten. Mit dem Bauer, der den Garten bewirtschaftete, pflegte Josef Zoller über all diese Zeit einen regen Austausch und im Obstgarten engagieren sich jährlich Klassentreffen, die die Bäume schneiden und unterhalten.

Dieses eindrückliche Lebenswerk von Josef Zoller steht einfach so unscheinbar da rund um das ehemalige Kloster Mariaberg. Interessierte können bis zum heutigen Tag davon profitieren, wenn er hoch kompetente Führungen durch den Obstgarten macht und sie für diese Thematik begeistert.

Elsener Otmar, wohnhaft in Rorschach seit 1964, geboren 1934, verheiratet, Bürger von Zug ZG und Rorschach SG

Otmar Elsener ist in Rorschach aufgewachsen. 1955 zog es ihn im fast zarten Alter von 19 Jahren in die USA. Im mittleren Westen, im Dorf «Highland», fand er Arbeit bei einer Stickereifirma. Dann folgten der Umzug nach New York und der Einzug in die amerikanische Armee mit Stationierung in Italien.

1964 kehrte Otmar Elsener zurück nach Rorschach. Er arbeitete sein gesamtes Berufsleben immer als Stickereikaufmann. Zusätzlich engagierte er sich im Rorschacher Gemeinderat, als Handelsrichter sowie als aktiver Fussballer und Tennisspieler. Zudem war er begeisterter Segler.

Seit seiner Pensionierung im Jahr 1999 ging Otmar Elsener seiner Leidenschaft als journalistischer Rorschach-Entdecker nach. Für das damalige «Ostschweizer Tagblatt», später «St. Galler Tagblatt», verfasste er an die 300 sorgfältig recherchierte Artikel über das Rorschach der Dreissiger- bis Fünfzigerjahre.

Eine wichtige Inspirationsquelle seiner Arbeit war das umfangreiche Fotoarchiv seines Vaters Josef, der viele Rorschacher Szenen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts festhielt. Otmar Elsener ist es zu verdanken, dass Geschichten aus früheren Jahrzehnten über den Alltag, die Arbeit, Orte und Personen der Gegenwart erhalten bleiben. Geschichten und Fakten, die ohne seine Neugier und seine Erzählkraft unbemerkt und unwiederbringlich im Dunst der Vergangenheit verschwunden wären. Eine Auswahl dieser wunderbaren Geschichten-Sammlung publizierte Otmar Elsener in zwei Büchern, erschienen im Appenzeller Verlag.

Otmar Elseners Geschichten sind weit mehr als lebendige Schilderung der Vergangenheit. Sie zeugen von der Liebe eines Menschen, der in unserer Stadt Rorschach aufgewachsen ist und sie für immer in sein Herz eingeschlossen hat. Sein unermüdliches Engagement zeugt von einer Sehnsucht, dass es der geliebten Hafenstadt auch in Zukunft gut gehen möge. So versteht er auch seine zahlreichen Geschichten: Nicht als schmucke Erinnerungsstücke, sondern als Appell, sich für unsere Stadt ins Zeug zu legen. Im ersten Buch «Rorschach – Geschichten aus der Hafenstadt» schrieb er treffend im Vorwort: «Ich wünsche meiner Heimatstadt Rorschach, dass sie in Bewegung bleibt und stets offen für das Neue … denn von der Nostalgie allein hat man noch nicht gelebt.» Der Stadtrat ehrt Otmar Elsener als einen profunden Kenner der Stadtgeschichte. Seine Aufarbeitungen dokumentieren eindrücklich das gesellschaftliche und soziale Geschehen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert und sind ein wichtiges Element der Stadtgeschichte. Im Gegensatz zu klassischen Aufsätzen hat er mit seinen persönlichen Geschichten eine neue Form der Geschichtsschreibung erfunden, die breite Kreise dafür zu begeistern vermochte.

Josef Zoller und Otmar Elsener erfüllen in vorzüglicher Weise die Voraussetzungen für die Verleihung des Ehrenbürgerrechts. Es gilt in beiden Fällen, ein riesiges ehrenamtliches Engagement über Jahrzehnte als eigentliche Lebenswerke zu anerkennen und zu würdigen.

Zoller Josef, wohnhaft in Rorschach seit 1961, geboren 1936, verheiratet, Bürger von Au SG

Josef Zoller ist in Rorschach aufgewachsen. Nach seiner Ausbildung zum Primarlehrer am Lehrerseminar Rorschach unterrichtete er kurz, bevor er seine Passion, Biologie und Botanik, zum Beruf machte. Er studierte an der Universität Zürich und wirkte ab 1964 als Lehrer am Lehrerseminar in Rorschach. Heute würde man sagen, er war Dozent an der Pädagogischen Hochschule.

Josef Zoller machte sich über Jahrzehnte einen Namen als anerkannter Biologe und Botaniker. Mit seinen Studierenden verlegte er den Unterricht in die Natur. Forschend und inventarisierend brachte er ihnen die Zusammenhänge der Ökologie und Wichtigkeit einer intakten Umwelt bei. Er thematisierte schon in den 60er Jahren die zunehmend dramatische Zerstörung der natürlichen Lebensräume für Amphibien. Mit seinem riesigen Netzwerk im ganzen Kanton St. Gallen und mit immer zahlreich durch ihn motivierten Studierenden inventarisierte er laufend solche Lebensräume und suchte und fand Wege, diese zu erhalten und zu schützen.

Unermüdlich ist er dabei, wenn seit 1973 beim Mötteliweiher Amphibiensperren aufgestellt oder seit 1983 im Schollenried in Altstätten Tümpel angelegt werden. Dasselbe gilt für die Pflege des Riets in Altenrhein durch den Naturschutzverein.

Mitte der 80er Jahre wurde der mittlerweile verstorbene Kinderarzt Dr. Weber beim Seminar vorstellig und regte an, dass der riesige Obstgarten rund um das Kloster Mariaberg wieder hergestellt werden solle. Man hätte dann einfach ertragreiche Obstbäume pflanzen können. Aber auf Bestreben von Josef Zoller wurde dem Anliegen des Kindearztes stattgegeben.

Dank Verbindungen zu «Pro Spezie Rare» und der Sortenorganisation «Fructus» wurden gezielt alte, vor dem Aussterben bedrohte Obstbaumsorten gesucht und gepflanzt. Und so entstand über Jahrzehnte ein eindrücklicher Obstgarten mit seltenen Obstsorten. Mit dem Bauer, der den Garten bewirtschaftete, pflegte Josef Zoller über all diese Zeit einen regen Austausch und im Obstgarten engagieren sich jährlich Klassentreffen, die die Bäume schneiden und unterhalten.

Dieses eindrückliche Lebenswerk von Josef Zoller steht einfach so unscheinbar da rund um das ehemalige Kloster Mariaberg. Interessierte können bis zum heutigen Tag davon profitieren, wenn er hoch kompetente Führungen durch den Obstgarten macht und sie für diese Thematik begeistert.

Elsener Otmar, wohnhaft in Rorschach seit 1964, geboren 1934, verheiratet, Bürger von Zug ZG und Rorschach SG

Otmar Elsener ist in Rorschach aufgewachsen. 1955 zog es ihn im fast zarten Alter von 19 Jahren in die USA. Im mittleren Westen, im Dorf «Highland», fand er Arbeit bei einer Stickereifirma. Dann folgten der Umzug nach New York und der Einzug in die amerikanische Armee mit Stationierung in Italien.

1964 kehrte Otmar Elsener zurück nach Rorschach. Er arbeitete sein gesamtes Berufsleben immer als Stickereikaufmann. Zusätzlich engagierte er sich im Rorschacher Gemeinderat, als Handelsrichter sowie als aktiver Fussballer und Tennisspieler. Zudem war er begeisterter Segler.

Seit seiner Pensionierung im Jahr 1999 ging Otmar Elsener seiner Leidenschaft als journalistischer Rorschach-Entdecker nach. Für das damalige «Ostschweizer Tagblatt», später «St. Galler Tagblatt», verfasste er an die 300 sorgfältig recherchierte Artikel über das Rorschach der Dreissiger- bis Fünfzigerjahre.

Eine wichtige Inspirationsquelle seiner Arbeit war das umfangreiche Fotoarchiv seines Vaters Josef, der viele Rorschacher Szenen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts festhielt. Otmar Elsener ist es zu verdanken, dass Geschichten aus früheren Jahrzehnten über den Alltag, die Arbeit, Orte und Personen der Gegenwart erhalten bleiben. Geschichten und Fakten, die ohne seine Neugier und seine Erzählkraft unbemerkt und unwiederbringlich im Dunst der Vergangenheit verschwunden wären. Eine Auswahl dieser wunderbaren Geschichten-Sammlung publizierte Otmar Elsener in zwei Büchern, erschienen im Appenzeller Verlag.

Otmar Elseners Geschichten sind weit mehr als lebendige Schilderung der Vergangenheit. Sie zeugen von der Liebe eines Menschen, der in unserer Stadt Rorschach aufgewachsen ist und sie für immer in sein Herz eingeschlossen hat. Sein unermüdliches Engagement zeugt von einer Sehnsucht, dass es der geliebten Hafenstadt auch in Zukunft gut gehen möge. So versteht er auch seine zahlreichen Geschichten: Nicht als schmucke Erinnerungsstücke, sondern als Appell, sich für unsere Stadt ins Zeug zu legen. Im ersten Buch «Rorschach – Geschichten aus der Hafenstadt» schrieb er treffend im Vorwort: «Ich wünsche meiner Heimatstadt Rorschach, dass sie in Bewegung bleibt und stets offen für das Neue … denn von der Nostalgie allein hat man noch nicht gelebt.» Der Stadtrat ehrt Otmar Elsener als einen profunden Kenner der Stadtgeschichte. Seine Aufarbeitungen dokumentieren eindrücklich das gesellschaftliche und soziale Geschehen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert und sind ein wichtiges Element der Stadtgeschichte. Im Gegensatz zu klassischen Aufsätzen hat er mit seinen persönlichen Geschichten eine neue Form der Geschichtsschreibung erfunden, die breite Kreise dafür zu begeistern vermochte.

Ehrenbürgerrecht

Im kantonalen Recht gibt es keine Bestimmungen zur Erteilung des Ehrenbürgerrechts an Personen, die sich um die Öffentlichkeit besonders verdient gemacht haben.

Beim Ehrenbürgerrecht handelt es sich um einen Ehrentitel mit symbolischem Charakter. Es wird gestützt auf einen Beschluss des Stadtrates verliehen und hat nicht die rechtlichen Wirkungen einer Einbürgerung, führt also nicht zum Erwerb des Gemeindebürgerrechts. Deshalb ist es nicht erforderlich, dass die für die Auszeichnung vorgesehene Person irgendwelche formellen oder materiellen Einbürgerungsvoraussetzungen erfüllt.

Der Ehrentitel kann an Personen mit Schweizer Bürgerrecht und an Personen mit ausländischer Staatangehörigkeit verliehen werden, die einen besonderen Bezug zur Stadt aufweisen oder ihr gegenüber besondere Verdienste erbracht haben.

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