Buskonzept mit Nebengeräuschen

Bild: Die RTB Rheintal Bus betreibt neu eine Buslinie von und nach Tübach.
In Kürze
Der neue Busfahrplan hat nicht nur Freude, sondern auch einige Kritik ausgelöst. Kurzfristige Änderungen sind aber nur schwierig umzusetzen, da ein Fahrplan ein fragiles Gesamtsystem ist. Anpassungen bringen dieses schnell aus dem Gleichgewicht. Zudem gilt es, die Kosten im Blick zu behalten. Rorschach wendet bereits rund 9 Steuerprozente für den öffentlichen Verkehr auf. Trotzdem treffen sich am 28. März 2023 Vertretungen von Gemeinden, Kanton und Busbetreibern, um mögliche Verbesserungen zu diskutieren.
Autor: Stadtrat Rorschach
Seit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 gilt für die Region Rorschach das neue Buskonzept. Dieses hat ein grosses Medienecho und gar eine Petition ausgelöst.

Bei aller Kritik darf man nicht vergessen: Ein funktionierender Fahrplan ist ein kleines Kunstwerk. Die Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Verkehrs erwarten, dass die Anschlüsse funktionieren, und zwar sowohl vom Bus zum Zug, innerhalb des Bussystems und bei den Zügen. Die Umsteigezeiten dürfen nicht zu lang, aber auch nicht zu knapp sein. Auch die Unterrichtszeiten der externen Schulen sollten Berücksichtigung finden und am liebsten auch die eigenen Arbeitsgewohnheiten. Gleichzeitig muss der Bus die Schliessung der verschiedenen Bahnschranken berücksichtigen und selbst im dichten Morgenverkehr die Fahrplanzeiten möglichst pünktlich einhalten – schliesslich gilt es die Anschlüsse zu erreichen. Selbstverständlich wollen wir so wenig wie möglich umsteigen. Zudem darf der Weg zur nächsten Haltestelle nicht zu weit sein, und zwar sowohl beim Start- als auch beim Zielort. Und last but not least muss sich der öffentliche Verkehr auch finanzieren lassen.

Gesamtsystem im Gleichgewicht halten

Das soll nicht heissen, dass jede Kritik am neuen Konzept unberechtigt ist. Es bestehen sicher einige Mängel oder Unschönheiten, bewusst oder ungewollt. Die vorstehenden Ausführungen sollen vielmehr verdeutlichen, dass sich nicht alle Wünsche kurzfristig umsetzen lassen, ohne das Gesamtsystem aus dem Gleichgewicht zu bringen. So kann beispielsweise die Buslinie 254, die heute bei der Kantonsschule wendet, nicht ohne Weiteres bis zum Hauptbahnhof St. Gallen verlängert werden. Das Fahrzeug ist sonst nicht rechtzeitig zurück, um im Ortsbussystem den Fahrplan zu bedienen. Die Konsequenz wäre der Einsatz eines zusätzlichen Busses mit entsprechendem Personal – und entsprechenden Kosten.

Weiter gilt es zu berücksichtigen, dass die verschiedenen Buslinien eine minimale Rendite erwirtschaften müssen, um Aufnahme im ordentlichen Finanzierungspool zu finden. Der Seebus hat die Vorgaben nur knapp erfüllt. Der beste Weg zu einem möglichst dichten Busnetz mit hohen Taktfrequenzen ist also eine hohe Auslastung, wobei sich hier zugegeben auch die Huhn-Ei-Problematik stellt.

Poolfinanzierung mit Tücken

Eine weitere Herausforderung liegt in der genannten Poolfinanzierung: Die Kostenanteile der Gemeinden richten sich nach der (gewichteten) Anzahl Abfahrten auf Gemeindegebiet. So hat beispielsweise die Gemeinde Tübach eine Busverbindung nach Rorschach gewünscht. Das löst pro Fahrt auf der neuen Linie 252 zwei Abfahrten an Tübacher Haltestellen aus. Bis der Bus in Rorschach beim Stadtbahnhof ankommt, bedient er zusätzlich drei Goldacher und vier Rorschacher Haltestellen mit entsprechenden Kostenfolgen für diese Gemeinden. In Rorschach fahren bereits die Linien 242 und 254 diese Haltestellen an. Das Bedürfnis nach der Linie 252 ist in Rorschach für diesen Streckenabschnitt folglich nicht gleich gross wie in Tübach, kostet die Rorschacherinnen und Rorschacher aber mehr.

Die Fahrplangestaltung ist also zusätzlich eine politische Angelegenheit, gilt es doch auch die Gemeindefinanzen zu berücksichtigen. Die Stadt Rorschach leistete im Jahr 2022 einen Gemeindeanteil an die Poolfinanzierung von 1,32 Mio. Franken. Das sind rund 9 Steuerprozente. Der Stadtrat hat bei der Beratung des neuen Buskonzeptes deshalb auch darauf geachtet, dass sich die Mehrkosten in vertretbaren Grenzen halten.

Und dennoch: Die bestehende Unzufriedenheit gilt es ernst zu nehmen. Die Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Kanton und Busbetrieben treffen sich deshalb am 28. März 2023, um mögliche Verbesserungen zu diskutieren. Denn auch für Kunstwerke gilt: Sie müssen den Geschmack der Kundinnen und Kunden treffen.

Bei aller Kritik darf man nicht vergessen: Ein funktionierender Fahrplan ist ein kleines Kunstwerk. Die Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Verkehrs erwarten, dass die Anschlüsse funktionieren, und zwar sowohl vom Bus zum Zug, innerhalb des Bussystems und bei den Zügen. Die Umsteigezeiten dürfen nicht zu lang, aber auch nicht zu knapp sein. Auch die Unterrichtszeiten der externen Schulen sollten Berücksichtigung finden und am liebsten auch die eigenen Arbeitsgewohnheiten. Gleichzeitig muss der Bus die Schliessung der verschiedenen Bahnschranken berücksichtigen und selbst im dichten Morgenverkehr die Fahrplanzeiten möglichst pünktlich einhalten – schliesslich gilt es die Anschlüsse zu erreichen. Selbstverständlich wollen wir so wenig wie möglich umsteigen. Zudem darf der Weg zur nächsten Haltestelle nicht zu weit sein, und zwar sowohl beim Start- als auch beim Zielort. Und last but not least muss sich der öffentliche Verkehr auch finanzieren lassen.

Gesamtsystem im Gleichgewicht halten

Das soll nicht heissen, dass jede Kritik am neuen Konzept unberechtigt ist. Es bestehen sicher einige Mängel oder Unschönheiten, bewusst oder ungewollt. Die vorstehenden Ausführungen sollen vielmehr verdeutlichen, dass sich nicht alle Wünsche kurzfristig umsetzen lassen, ohne das Gesamtsystem aus dem Gleichgewicht zu bringen. So kann beispielsweise die Buslinie 254, die heute bei der Kantonsschule wendet, nicht ohne Weiteres bis zum Hauptbahnhof St. Gallen verlängert werden. Das Fahrzeug ist sonst nicht rechtzeitig zurück, um im Ortsbussystem den Fahrplan zu bedienen. Die Konsequenz wäre der Einsatz eines zusätzlichen Busses mit entsprechendem Personal – und entsprechenden Kosten.

Weiter gilt es zu berücksichtigen, dass die verschiedenen Buslinien eine minimale Rendite erwirtschaften müssen, um Aufnahme im ordentlichen Finanzierungspool zu finden. Der Seebus hat die Vorgaben nur knapp erfüllt. Der beste Weg zu einem möglichst dichten Busnetz mit hohen Taktfrequenzen ist also eine hohe Auslastung, wobei sich hier zugegeben auch die Huhn-Ei-Problematik stellt.

Poolfinanzierung mit Tücken

Eine weitere Herausforderung liegt in der genannten Poolfinanzierung: Die Kostenanteile der Gemeinden richten sich nach der (gewichteten) Anzahl Abfahrten auf Gemeindegebiet. So hat beispielsweise die Gemeinde Tübach eine Busverbindung nach Rorschach gewünscht. Das löst pro Fahrt auf der neuen Linie 252 zwei Abfahrten an Tübacher Haltestellen aus. Bis der Bus in Rorschach beim Stadtbahnhof ankommt, bedient er zusätzlich drei Goldacher und vier Rorschacher Haltestellen mit entsprechenden Kostenfolgen für diese Gemeinden. In Rorschach fahren bereits die Linien 242 und 254 diese Haltestellen an. Das Bedürfnis nach der Linie 252 ist in Rorschach für diesen Streckenabschnitt folglich nicht gleich gross wie in Tübach, kostet die Rorschacherinnen und Rorschacher aber mehr.

Die Fahrplangestaltung ist also zusätzlich eine politische Angelegenheit, gilt es doch auch die Gemeindefinanzen zu berücksichtigen. Die Stadt Rorschach leistete im Jahr 2022 einen Gemeindeanteil an die Poolfinanzierung von 1,32 Mio. Franken. Das sind rund 9 Steuerprozente. Der Stadtrat hat bei der Beratung des neuen Buskonzeptes deshalb auch darauf geachtet, dass sich die Mehrkosten in vertretbaren Grenzen halten.

Und dennoch: Die bestehende Unzufriedenheit gilt es ernst zu nehmen. Die Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Kanton und Busbetrieben treffen sich deshalb am 28. März 2023, um mögliche Verbesserungen zu diskutieren. Denn auch für Kunstwerke gilt: Sie müssen den Geschmack der Kundinnen und Kunden treffen.

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