Online-Anlagebetrug

Bild: Betrügende wählen gerne Anlagen in Kryptowährungen für Ihre Betrugs-Masche.
In Kürze
Online-Anlagebetrug lockt mit hohen Gewinnversprechen, kleinen Einstiegsbeträgen und scheinbar erfolgreichen Konten, um Vertrauen aufzubauen und Betroffene zu immer höheren Einzahlungen zu verleiten. Spätestens wenn eine Auszahlung verlangt wird, folgen Ausreden, Druck und neue Forderungen – das investierte Geld ist dann meist verloren. Der wichtigste Schutz bleibt gesundes Misstrauen: Schnelle Gewinne ohne Risiko gibt es nicht, und wer Opfer wird, sollte sofort die Polizei und die eigene Bank informieren.

Kleine Serie zur Cyberkriminalität

Cyberkriminalität nimmt zu. Die Rorschacher Stadtinfo publiziert deshalb in einer kleinen Serie verschiedene Cyberphänomene. Verfasser der Artikel ist Urs Bücheler von der Kantonspolizei St. Gallen. Er leitet dort den Fachdienst Sicherheitsberatung.

Autor: Urs Bücheler
In Zeiten unsicherer Wirtschaftslage und tiefer Bankzinsen suchen heute viele Bürgerinnen und Bürger nach neuen Anlageformen, welche auch in schlechten Zeiten hohe Gewinne versprechen, wie z. B. Kryptowährungen.

Diese Situation wird gerne von Betrügenden ausgenutzt, die sich als Finanzdienstleister ausgeben und Kleinanleger zu Investitionen verleiten, bei denen sie nichts gewinnen, aber alles verlieren können. Das nennt man Online-Anlagebetrug (engl. «investment fraud»).

Wie funktioniert ein solcher Anlagebetrug?

1. Anködern

Über breit angelegte Werbeanzeigen in Online-Portalen, aber auch mit unaufgeforderten Telefonanrufen, Kontaktanfragen auf sozialen Netzwerken und neu auch auf Online–Dating–Plattformen werden potenzielle Opfer mit hohen Gewinnversprechen geködert und „gluschtig“ gemacht. Die Betrügenden schrecken nicht davor zurück, auch prominente Persönlichkeiten für Ihre Werbezwecke zu missbrauchen. Viele Interessierte Personen hinterlassen in der Folge ihre Kontaktdaten.

2. Erstkontakt

Nach einer einfachen Registrierung nimmt ein angeblicher Anlageberater oder eine angebliche Anlageberaterin telefonisch mit Ihnen Kontakt auf. Da Sie vermutlich noch skeptisch sind, wird Ihnen angeboten, mit einem kleinen Betrag von vielleicht CHF 250.00 einzusteigen und das Ganze einmal auszuprobieren. Sie erhalten den Zugang zu einem persönlichen Account auf einer Webseite, welche Ihnen laufend zeigt, wie sich Ihr Geld vermehrt hat.

3. Vertrauensbildung

Wegen der guten Gewinnaussichten auf Ihrem Account freuen Sie sich, wenn der Anlageberater oder die Anlageberaterin sie erneut kontaktiert. Es kommt sogar vor, dass Ihnen ein erster Gewinn ausbezahlt wird – ganz nach dem Motto „mit Speck fängt man Mäuse“. So fördern die Betrügenden Ihr Vertrauen und bringen Sie aufgrund der guten Performance der vermeintlichen Anlage dazu, mehr Geld zu investieren. Die Betrügenden kennen das „Social Engeneering“ und wissen, mit welchen zwischenmenschlichen Techniken sie Opfer manipulieren können. Da immer nur begrenzt verfügbare oder zeitlich limitierte Angebote verfügbar sind, setzt Sie das unter Zeitdruck.

4. Nachschuss

Nachdem Sie eine grosse Gewinnsteigerung verzeichnet haben und gerne etwas von Ihrem Geld abheben möchte, werden Sie feststellen, dass dies nicht möglich ist. Ihnen wird mitgeteilt, dass es einen plötzlichen Crash gegeben hat. Eine Auszahlung des Geldes ist nur durch eine hohe zusätzliche Investition möglich.

Es kommt vor, dass ab hier auch zunehmend Druck aufgebaut wird. Um den drohenden Verlust abzuwenden, wird Ihnen eine völlig überteuerte Versicherung angeboten, welche Sie angeblich auch schon vorher hätten abschliessen können. Auch wenn Sie sich vertrauensvoll an Ihren Berater oder Ihre Beraterin wenden, werden Sie kein Geld mehr zurückerhalten.

5. Verlust–Realisierung

Was auch immer Sie versuchen, Sie werden kein Geld mehr zurückerhalten. Erstatten Sie in diesem Fall Anzeige wegen Online-Anlagebetrugs. Die Polizei wird mögliche Ermittlungsansätze prüfen.

Wer den Betrug nicht anzeigt, macht es Betrügenden einfach, denn dann haben sie auch nichts zu befürchten.

Generell gilt:

  • Schnelles Geld ohne Verlustrisiko ist eine Illusion!
  • Niemand verrät «Geheimtipps» öffentlich im Internet. Wer für einen Geheimtipp Werbung machen muss, hat keinen.
  • Niemand teilt ungefragt vielversprechende Anlagestrategien mit völlig unbekannten Personen. Warum sollte er?
  • Anlagetipps, welche mit prominenten Persönlichkeiten beworben werden, sind in aller Regel gefälscht und dienen nur als Köder. Die Prominenten haben meistens keine Ahnung, dass mit ihnen Werbung gemacht wird.


Wenn Sie Opfer eines Anlagebetruges geworden sind,

  • informieren Sie umgehend Ihre Polizei und erstatten Sie Anzeige!
  • informieren Sie sofort Ihre Hausbank, dass die in Frage kommenden Überweisungen betrügerisch waren. Allenfalls können so Geldbeträge noch auf dem Weg zur Täterschaft gestoppt werden.


Kontaktiert Sie zu einem späteren Zeitpunkt per Telefon oder Mail ein angeblicher Privatdetektiv, Rechtsanwalt oder Staatsanwalt, so gehört dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit zur selben Betrügerbande. Überweisen Sie auch hier kein Geld.

Diese Situation wird gerne von Betrügenden ausgenutzt, die sich als Finanzdienstleister ausgeben und Kleinanleger zu Investitionen verleiten, bei denen sie nichts gewinnen, aber alles verlieren können. Das nennt man Online-Anlagebetrug (engl. «investment fraud»).

Wie funktioniert ein solcher Anlagebetrug?

1. Anködern

Über breit angelegte Werbeanzeigen in Online-Portalen, aber auch mit unaufgeforderten Telefonanrufen, Kontaktanfragen auf sozialen Netzwerken und neu auch auf Online–Dating–Plattformen werden potenzielle Opfer mit hohen Gewinnversprechen geködert und „gluschtig“ gemacht. Die Betrügenden schrecken nicht davor zurück, auch prominente Persönlichkeiten für Ihre Werbezwecke zu missbrauchen. Viele Interessierte Personen hinterlassen in der Folge ihre Kontaktdaten.

2. Erstkontakt

Nach einer einfachen Registrierung nimmt ein angeblicher Anlageberater oder eine angebliche Anlageberaterin telefonisch mit Ihnen Kontakt auf. Da Sie vermutlich noch skeptisch sind, wird Ihnen angeboten, mit einem kleinen Betrag von vielleicht CHF 250.00 einzusteigen und das Ganze einmal auszuprobieren. Sie erhalten den Zugang zu einem persönlichen Account auf einer Webseite, welche Ihnen laufend zeigt, wie sich Ihr Geld vermehrt hat.

3. Vertrauensbildung

Wegen der guten Gewinnaussichten auf Ihrem Account freuen Sie sich, wenn der Anlageberater oder die Anlageberaterin sie erneut kontaktiert. Es kommt sogar vor, dass Ihnen ein erster Gewinn ausbezahlt wird – ganz nach dem Motto „mit Speck fängt man Mäuse“. So fördern die Betrügenden Ihr Vertrauen und bringen Sie aufgrund der guten Performance der vermeintlichen Anlage dazu, mehr Geld zu investieren. Die Betrügenden kennen das „Social Engeneering“ und wissen, mit welchen zwischenmenschlichen Techniken sie Opfer manipulieren können. Da immer nur begrenzt verfügbare oder zeitlich limitierte Angebote verfügbar sind, setzt Sie das unter Zeitdruck.

4. Nachschuss

Nachdem Sie eine grosse Gewinnsteigerung verzeichnet haben und gerne etwas von Ihrem Geld abheben möchte, werden Sie feststellen, dass dies nicht möglich ist. Ihnen wird mitgeteilt, dass es einen plötzlichen Crash gegeben hat. Eine Auszahlung des Geldes ist nur durch eine hohe zusätzliche Investition möglich.

Es kommt vor, dass ab hier auch zunehmend Druck aufgebaut wird. Um den drohenden Verlust abzuwenden, wird Ihnen eine völlig überteuerte Versicherung angeboten, welche Sie angeblich auch schon vorher hätten abschliessen können. Auch wenn Sie sich vertrauensvoll an Ihren Berater oder Ihre Beraterin wenden, werden Sie kein Geld mehr zurückerhalten.

5. Verlust–Realisierung

Was auch immer Sie versuchen, Sie werden kein Geld mehr zurückerhalten. Erstatten Sie in diesem Fall Anzeige wegen Online-Anlagebetrugs. Die Polizei wird mögliche Ermittlungsansätze prüfen.

Wer den Betrug nicht anzeigt, macht es Betrügenden einfach, denn dann haben sie auch nichts zu befürchten.

Generell gilt:

  • Schnelles Geld ohne Verlustrisiko ist eine Illusion!
  • Niemand verrät «Geheimtipps» öffentlich im Internet. Wer für einen Geheimtipp Werbung machen muss, hat keinen.
  • Niemand teilt ungefragt vielversprechende Anlagestrategien mit völlig unbekannten Personen. Warum sollte er?
  • Anlagetipps, welche mit prominenten Persönlichkeiten beworben werden, sind in aller Regel gefälscht und dienen nur als Köder. Die Prominenten haben meistens keine Ahnung, dass mit ihnen Werbung gemacht wird.


Wenn Sie Opfer eines Anlagebetruges geworden sind,

  • informieren Sie umgehend Ihre Polizei und erstatten Sie Anzeige!
  • informieren Sie sofort Ihre Hausbank, dass die in Frage kommenden Überweisungen betrügerisch waren. Allenfalls können so Geldbeträge noch auf dem Weg zur Täterschaft gestoppt werden.


Kontaktiert Sie zu einem späteren Zeitpunkt per Telefon oder Mail ein angeblicher Privatdetektiv, Rechtsanwalt oder Staatsanwalt, so gehört dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit zur selben Betrügerbande. Überweisen Sie auch hier kein Geld.

Kleine Serie zur Cyberkriminalität

Cyberkriminalität nimmt zu. Die Rorschacher Stadtinfo publiziert deshalb in einer kleinen Serie verschiedene Cyberphänomene. Verfasser der Artikel ist Urs Bücheler von der Kantonspolizei St. Gallen. Er leitet dort den Fachdienst Sicherheitsberatung.

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