Romance Scam / Love Scam oder der digitale Heiratsschwindel
Bild: Wer sich nach Liebe und Zuneigung sehnt, ist besonders gefährdet, Opfer von Romance Scam zu werden.
Kleine Serie zur Cyberkriminalität
Cyberkriminalität nimmt zu. Die Rorschacher Stadtinfo publiziert deshalb in einer kleinen Serie verschiedene Cyberphänomene. Verfasser der Artikel ist Urs Bücheler von der Kantonspolizei St. Gallen. Er leitet dort den Fachdienst Sicherheitsberatung.
Seit einiger Zeit erscheint die moderne Form des Heiratsschwindels. Sie wird im Netz als Romance Scam oder Love Scam bezeichnet, was übersetzt Liebesbetrug heisst.
Mit gefälschten Profilen, oft mit im Netz vorhandenen Bildern, werden auf Partnerbörsen-Profile erstellt, welche in der Realität nicht existieren. Auf diesen Profilen wird anderen „Liebeshungrigen“ Verliebtheit vorgespielt, um finanzielle Zuwendungen zu erhalten. Wer eine Partnerin oder einen Partner sucht, findet im Internet eine Riesenauswahl an Märchenprinzen und Märchenprinzessinnen, welche aus der ganzen Welt stammen. Aber Achtung! Gerade jene Menschen, die sich nach Liebe und Zuneigung sehnen, sind besonders anfällig für Schmeicheleien und Liebesbekenntnisse, die aber keinesfalls ernst gemeint sein müssen. Speziell Menschen, welche sich nach einem Todesfall oder einer Trennung wieder einen Partner oder eine Partnerin wünschen, werden von Betrügern und Betrügerinnen gezielt ausgenutzt.
Wie gehen die Betrüger vor?
Der Betrüger oder die Betrügerin (englisch Scammer) nimmt mit dem gefälschten Profil über eine Internet-Plattform – zum Beispiel Facebook – Kontakt mit dem Opfer auf. Zuerst werden ein paar Nachrichten ausgetauscht. Schon nach kurzer Zeit ist von Liebe die Rede.
Geht das Opfer darauf ein, folgen über längere Zeit immer weitere Liebeserklärungen, bis es die Gefühle erwidert – allerdings in eine erfundene Person. Das kann zum Beispiel ein angeblicher kanadischer Top-Manager oder ein amerikanischer Soldat in Afghanistan sein. Ist das Opfer ein heterosexueller Mann, gibt sich der Betrüger in der Regel als besonders attraktive Frau aus. Ob das im echten Leben stimmt, spielt keine Rolle.
Über Wochen oder sogar Monate wird die angebliche Liebesbeziehung über Skype, WhatsApp oder andere Kanäle weiter aufgebaut. Es werden gemeinsame Zukunftspläne geschmiedet, und man spricht davon, sich auch persönlich zu treffen.
Kurz vor dem vereinbarten Treffen passiert angeblich etwas Dramatisches: Der Betrüger oder die Betrügerin behauptet zum Beispiel, einen Unfall gehabt zu haben, krank geworden oder am Flughafen überfallen worden zu sein. Plötzlich wird um finanzielle Hilfe gebeten – für Behandlungskosten, Reiseausgaben oder andere angebliche Notfälle. Das Geld soll per Geldtransfer oder auf ein Konto im Ausland überwiesen werden.
Oft folgen danach immer neue angebliche Probleme, bei denen das Opfer erneut um Geld gebeten wird. Ein Treffen findet jedoch nie statt.
Wenn das Opfer misstrauisch wird und nicht mehr zahlt, setzen die Betrüger es unter Druck. Der Ton wird schärfer, und es wird mit Liebesentzug gedroht. Haben die Betrüger zuvor intime Fotos erhalten, nutzen sie diese als Druckmittel, um weiteres Geld zu erpressen. Das wird «Sextorsion» genannt (ein Bericht dazu folgt in einer nächsten Ausgabe).
Was tut die Polizei?
Falls Sie Opfer eines solchen Liebesbetruges geworden sind oder sich gerade in einer solchen Situation befinden, machen Sie sich keine Vorwürfe. Die Polizei ahndet keine menschlichen Schwächen, sondern fahndet nach Kriminellen.
Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Ihre Anzeige kann helfen, andere Opfer zu schützen. Nehmen Sie dafür alle vorhandenen Informationen (Kontoangaben, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Profilnamen etc.) mit.
Seit einiger Zeit erscheint die moderne Form des Heiratsschwindels. Sie wird im Netz als Romance Scam oder Love Scam bezeichnet, was übersetzt Liebesbetrug heisst.
Mit gefälschten Profilen, oft mit im Netz vorhandenen Bildern, werden auf Partnerbörsen-Profile erstellt, welche in der Realität nicht existieren. Auf diesen Profilen wird anderen „Liebeshungrigen“ Verliebtheit vorgespielt, um finanzielle Zuwendungen zu erhalten. Wer eine Partnerin oder einen Partner sucht, findet im Internet eine Riesenauswahl an Märchenprinzen und Märchenprinzessinnen, welche aus der ganzen Welt stammen. Aber Achtung! Gerade jene Menschen, die sich nach Liebe und Zuneigung sehnen, sind besonders anfällig für Schmeicheleien und Liebesbekenntnisse, die aber keinesfalls ernst gemeint sein müssen. Speziell Menschen, welche sich nach einem Todesfall oder einer Trennung wieder einen Partner oder eine Partnerin wünschen, werden von Betrügern und Betrügerinnen gezielt ausgenutzt.
Wie gehen die Betrüger vor?
Der Betrüger oder die Betrügerin (englisch Scammer) nimmt mit dem gefälschten Profil über eine Internet-Plattform – zum Beispiel Facebook – Kontakt mit dem Opfer auf. Zuerst werden ein paar Nachrichten ausgetauscht. Schon nach kurzer Zeit ist von Liebe die Rede.
Geht das Opfer darauf ein, folgen über längere Zeit immer weitere Liebeserklärungen, bis es die Gefühle erwidert – allerdings in eine erfundene Person. Das kann zum Beispiel ein angeblicher kanadischer Top-Manager oder ein amerikanischer Soldat in Afghanistan sein. Ist das Opfer ein heterosexueller Mann, gibt sich der Betrüger in der Regel als besonders attraktive Frau aus. Ob das im echten Leben stimmt, spielt keine Rolle.
Über Wochen oder sogar Monate wird die angebliche Liebesbeziehung über Skype, WhatsApp oder andere Kanäle weiter aufgebaut. Es werden gemeinsame Zukunftspläne geschmiedet, und man spricht davon, sich auch persönlich zu treffen.
Kurz vor dem vereinbarten Treffen passiert angeblich etwas Dramatisches: Der Betrüger oder die Betrügerin behauptet zum Beispiel, einen Unfall gehabt zu haben, krank geworden oder am Flughafen überfallen worden zu sein. Plötzlich wird um finanzielle Hilfe gebeten – für Behandlungskosten, Reiseausgaben oder andere angebliche Notfälle. Das Geld soll per Geldtransfer oder auf ein Konto im Ausland überwiesen werden.
Oft folgen danach immer neue angebliche Probleme, bei denen das Opfer erneut um Geld gebeten wird. Ein Treffen findet jedoch nie statt.
Wenn das Opfer misstrauisch wird und nicht mehr zahlt, setzen die Betrüger es unter Druck. Der Ton wird schärfer, und es wird mit Liebesentzug gedroht. Haben die Betrüger zuvor intime Fotos erhalten, nutzen sie diese als Druckmittel, um weiteres Geld zu erpressen. Das wird «Sextorsion» genannt (ein Bericht dazu folgt in einer nächsten Ausgabe).
Was tut die Polizei?
Falls Sie Opfer eines solchen Liebesbetruges geworden sind oder sich gerade in einer solchen Situation befinden, machen Sie sich keine Vorwürfe. Die Polizei ahndet keine menschlichen Schwächen, sondern fahndet nach Kriminellen.
Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Ihre Anzeige kann helfen, andere Opfer zu schützen. Nehmen Sie dafür alle vorhandenen Informationen (Kontoangaben, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Profilnamen etc.) mit.
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