Rorschach ist keine Insel, aber mitten im Leben

Bild: Ariane Thür Wenger vor der Badhütte. Sie ist vor 20 Jahren mit ihrer Familie nach Rorschach gezogen.
Autor: Res Lerch
Ariane Thür Wenger ist seit 2017 Stadträtin in Rorschach. In der Folge soll ihr Wirken etwas detaillierter aufgelistet werden. Ihre Themenverantwortung beinhaltet nahezu alles, was mit dem eigentlichen Leben zusammenhängt: Soziales, Alter, Gesundheit. Doch schön der Reihe nach.

Sie ist in Altstätten aufgewachsen und hat nach der Kantonsschule Heerbrugg die Ausbildung zur Oberstufenlehrerin absolviert. Daraus kam es zur Tätigkeit als Sekundarlehrerin an der Oberstufe Taminatal. Es folgten Wanderjahre in Australien, Skandinavien und Frankreich. Seit 2003 ist sie wohnhaft in Rorschach, sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Sie arbeitet in der Erwachsenenbildung und engagiert sich in verschiedenen Vereinen. «Ich bin vor 20 Jahren mit meiner Familie nach Rorschach gezogen. Auch wenn ich nicht hier aufgewachsen bin, so habe ich mich schnell wohlgefühlt, Kontakte geknüpft und Rorschach kennen gelernt. Ich habe mich in dieser Zeit im Bereich Schule und Familie vielfältig engagiert. Sechs Jahre lang setzte ich mich als Präsidentin der Pädagogischen Kommission für eine starke Schule ein, welche die Schüler und Schülerinnen in ihrer Entwicklung unterstützt und gestärkt in die Berufslehre oder eine weiterführende Schule entlässt. Ich durfte dabei eine Schule erleben, die stark ist im Umgang mit kultureller Vielfalt und auf engagierte Lehrpersonen und Eltern zählen darf».

2016 wurde sie in den Stadtrat gewählt und trägt seither die Themenverantwortung für den Bereich Soziales.

Fast «Aussenministerin» im Stadtrat

Die nachstehende Auflistung macht deutlich, mit was für einem Pensum sie ihre politische Tätigkeit im Bereich «Soziales» ausfüllt:

  • Mitglied Regionalkomitee Pro Senectute
  • Vorstandsmitglied Regionales Pflegeheim PeLago
  • Vorstandsmitglied Spitex Bodensee
  • Vorstandsmitglied Genossenschaft Alterssiedlung
  • Stiftungsratspräsidentin Altersheim der Stadt Rorschach
  • Aufsichtskommission Tageshort Rorschach – Rorschacherberg
  • Mitglied Betriebskommission Altersheim der Stadt Rorschach
  • Feuerschutzkommission, Regionale Bevölkerungsschutzkommission
  • Präsidentin der regionalen Vermittlungsstelle für Tagesfamilien

«Die Mitgliedschaft in all diesen Gremien bringt es mit sich, dass ich regelmässig mit den Vertretern und Vertreterinnen unserer Nachbargemeinden zusammenarbeite. Das schätze ich sehr und es zeigt sich auch, dass sich viele Herausforderungen gemeinsam besser lösen lassen.  Die Erweiterung des gemeinsamen Tageshorts Rorschach – Rorschacherberg ist ein aktuelles Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit.»

Soziales und Gesellschaft

Rorschach ist eine pulsierende Stadt. Menschen kommen an, bleiben oder ziehen wieder weiter. Das ist für alle Beteiligten anspruchsvoll. Neu im Stadtrat hat sie sich mit grossem Einsatz für Deutschkurse mit Kinderbetreuung eingesetzt. «Das war mir eine Herzensangelegenheit, die ich mit viel Engagement vorangetrieben habe. Inzwischen sind diese Kurse ein fester Bestandteil unseres Angebotes und werden rege besucht. Ab und zu treffe ich beim Einkaufen auf Teilnehmerinnen aus den Anfängen der Deutschkurse und freue mich über die grossen Fortschritte, die sie erzielt haben.» Es gilt, Neuankommende mit den Angeboten der Stadt zu verknüpfen und Begegnungsorte zu schaffen. Mit dem neuen «tReff» an der Feldmühlestrasse möchte die Stadt beides erreichen. Der tReff ist der Sitz der Fachstelle Gesellschaft und der Väter-Mütterberatung. Beratung, Orientierung, Treffpunkt, Netzwerk und Ideenschmiede – der tReff nimmt verschiedene Funktionen wahr und steht allen Bewohnern und Bewohnerinnen offen.

Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden der Sozialen Dienste ist für Ariane Thür Wenger eine grosse Bereicherung.  Information und Prävention werden gross geschrieben mit dem Ziel, Menschen nachhaltig zu stabilisieren. Das grosse Engagement und die Ausweitung des Aufgabenbereichs zeigt Wirkung. Die Sozialhilfequote ist in den letzten Jahren deutlich gesunken.  «Wir haben in unserer Mitte einen nicht unerheblichen Anteil an Einzelpersonen und Familien, die knapp an der Armutsschwelle leben und keine Hilfe beantragen. Offiziell sind wir die Gemeinde mit der grössten Armutsquote im Kanton St. Gallen. Das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren».

Glücksfall und trotzdem Vorsicht geboten

Im Themenbereich «Alter» schätzt sie sich glücklich, dass die Pro Senectute ihren Regionalsitz in Rorschach hat. «Da sind wir in besonderem Masse privilegiert und können für unsere älteren Mitbewohnerinnen und Mitbewohner auf ein breites Angebot vor Ort zurückgreifen. Beratung, Information, aber auch Austausch und Begegnung finden hier statt. Senioren und Seniorinnen finden Unterstützung und können sich aber auch einbringen und aktiv werden. «Alles, was rund um das Negropont läuft, ist eine grosse Bereicherung für die Stadt», sagt sie. «Das Alter hat viele Gesichter. Senioren und Seniorinnen, die fit sind und rege am gesellschaftlichen Leben der Stadt teilnehmen, sind eines davon. Welche Angebote sind nötig, wenn die Kräfte nachlassen und Unterstützung notwendig wird? Es muss uns letztlich gelingen, für jene, die sich erst in 10 bis 20 Jahren mit dieser Frage auseinandersetzen müssen, adäquate Angebote parat zu haben. Zusammen mit unseren Nachbargemeinden werden wir eine regionale Altersstrategie erstellen und im Rahmen dieser Arbeit verschiedene Themen angehen. Dabei ist mir die Mitwirkung der Bevölkerung wichtig und ich bin zuversichtlich, dass daraus kein «Schreibtischfutter», sondern konkrete, realisierbare Ideen entstehen werden.»

«Hat Rorschach etwas verpasst?»

Beim Themenbereich «Gesundheit» wird Ariane Thür Wenger nachdenklich. Der ganze Prozess rund um die Schliessung des Spitals Rorschach wirkt bei ihr nach. »Die nicht enden wollende Diskussion rund um ein mögliches Gesundheits- und Notfallzentrum ist mir eigentlich ein Dorn im Auge. Da werden von der kantonalen Politik laufend die Parameter verändert und letztlich muss ich feststellen, dass Versprechen nicht eingehalten werden. Das Spital ist zu und von einem GNZ spricht niemand mehr. Aktuell löst die Ankündigung der Entlassungen am Kantonsspital grosses Unbehagen aus. «Ambulant vor stationär» hat Grenzen. Die Dienstleistenden im ambulanten Bereich sind jetzt schon stark gefordert und die Strategie, die Patienten und Patientinnen so schnell wie möglich aus der Spitalpflege zu entlassen, stellt eine grosse Herausforderung für alle dar. »

Auf die Schlussfrage «Wo drückt der Schuh?» bringt sie einen wichtigen Teilaspekt des Zusammenlebens in der Stadt Rorschach auf den Punkt: «Es ist wichtig, dass sich die Bevölkerung am gesellschaftlichen und politischen Leben aktiv beteiligt. Mitreden, mitgestalten und mitentscheiden – das bringt uns weiter. Die Beteiligung an den Informationsveranstaltungen und Anlässen der Stadt ist eher bescheiden und ganze Bevölkerungsgruppen sind jeweils nicht vertreten. Der Stadtrat trägt dem Rechnung und versucht die Kommunikation möglichst breit zu gestalten und so möglichst grosse Teile der Bevölkerung zu erreichen.»

Sie ist in Altstätten aufgewachsen und hat nach der Kantonsschule Heerbrugg die Ausbildung zur Oberstufenlehrerin absolviert. Daraus kam es zur Tätigkeit als Sekundarlehrerin an der Oberstufe Taminatal. Es folgten Wanderjahre in Australien, Skandinavien und Frankreich. Seit 2003 ist sie wohnhaft in Rorschach, sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Sie arbeitet in der Erwachsenenbildung und engagiert sich in verschiedenen Vereinen. «Ich bin vor 20 Jahren mit meiner Familie nach Rorschach gezogen. Auch wenn ich nicht hier aufgewachsen bin, so habe ich mich schnell wohlgefühlt, Kontakte geknüpft und Rorschach kennen gelernt. Ich habe mich in dieser Zeit im Bereich Schule und Familie vielfältig engagiert. Sechs Jahre lang setzte ich mich als Präsidentin der Pädagogischen Kommission für eine starke Schule ein, welche die Schüler und Schülerinnen in ihrer Entwicklung unterstützt und gestärkt in die Berufslehre oder eine weiterführende Schule entlässt. Ich durfte dabei eine Schule erleben, die stark ist im Umgang mit kultureller Vielfalt und auf engagierte Lehrpersonen und Eltern zählen darf».

2016 wurde sie in den Stadtrat gewählt und trägt seither die Themenverantwortung für den Bereich Soziales.

Fast «Aussenministerin» im Stadtrat

Die nachstehende Auflistung macht deutlich, mit was für einem Pensum sie ihre politische Tätigkeit im Bereich «Soziales» ausfüllt:

  • Mitglied Regionalkomitee Pro Senectute
  • Vorstandsmitglied Regionales Pflegeheim PeLago
  • Vorstandsmitglied Spitex Bodensee
  • Vorstandsmitglied Genossenschaft Alterssiedlung
  • Stiftungsratspräsidentin Altersheim der Stadt Rorschach
  • Aufsichtskommission Tageshort Rorschach – Rorschacherberg
  • Mitglied Betriebskommission Altersheim der Stadt Rorschach
  • Feuerschutzkommission, Regionale Bevölkerungsschutzkommission
  • Präsidentin der regionalen Vermittlungsstelle für Tagesfamilien

«Die Mitgliedschaft in all diesen Gremien bringt es mit sich, dass ich regelmässig mit den Vertretern und Vertreterinnen unserer Nachbargemeinden zusammenarbeite. Das schätze ich sehr und es zeigt sich auch, dass sich viele Herausforderungen gemeinsam besser lösen lassen.  Die Erweiterung des gemeinsamen Tageshorts Rorschach – Rorschacherberg ist ein aktuelles Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit.»

Soziales und Gesellschaft

Rorschach ist eine pulsierende Stadt. Menschen kommen an, bleiben oder ziehen wieder weiter. Das ist für alle Beteiligten anspruchsvoll. Neu im Stadtrat hat sie sich mit grossem Einsatz für Deutschkurse mit Kinderbetreuung eingesetzt. «Das war mir eine Herzensangelegenheit, die ich mit viel Engagement vorangetrieben habe. Inzwischen sind diese Kurse ein fester Bestandteil unseres Angebotes und werden rege besucht. Ab und zu treffe ich beim Einkaufen auf Teilnehmerinnen aus den Anfängen der Deutschkurse und freue mich über die grossen Fortschritte, die sie erzielt haben.» Es gilt, Neuankommende mit den Angeboten der Stadt zu verknüpfen und Begegnungsorte zu schaffen. Mit dem neuen «tReff» an der Feldmühlestrasse möchte die Stadt beides erreichen. Der tReff ist der Sitz der Fachstelle Gesellschaft und der Väter-Mütterberatung. Beratung, Orientierung, Treffpunkt, Netzwerk und Ideenschmiede – der tReff nimmt verschiedene Funktionen wahr und steht allen Bewohnern und Bewohnerinnen offen.

Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden der Sozialen Dienste ist für Ariane Thür Wenger eine grosse Bereicherung.  Information und Prävention werden gross geschrieben mit dem Ziel, Menschen nachhaltig zu stabilisieren. Das grosse Engagement und die Ausweitung des Aufgabenbereichs zeigt Wirkung. Die Sozialhilfequote ist in den letzten Jahren deutlich gesunken.  «Wir haben in unserer Mitte einen nicht unerheblichen Anteil an Einzelpersonen und Familien, die knapp an der Armutsschwelle leben und keine Hilfe beantragen. Offiziell sind wir die Gemeinde mit der grössten Armutsquote im Kanton St. Gallen. Das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren».

Glücksfall und trotzdem Vorsicht geboten

Im Themenbereich «Alter» schätzt sie sich glücklich, dass die Pro Senectute ihren Regionalsitz in Rorschach hat. «Da sind wir in besonderem Masse privilegiert und können für unsere älteren Mitbewohnerinnen und Mitbewohner auf ein breites Angebot vor Ort zurückgreifen. Beratung, Information, aber auch Austausch und Begegnung finden hier statt. Senioren und Seniorinnen finden Unterstützung und können sich aber auch einbringen und aktiv werden. «Alles, was rund um das Negropont läuft, ist eine grosse Bereicherung für die Stadt», sagt sie. «Das Alter hat viele Gesichter. Senioren und Seniorinnen, die fit sind und rege am gesellschaftlichen Leben der Stadt teilnehmen, sind eines davon. Welche Angebote sind nötig, wenn die Kräfte nachlassen und Unterstützung notwendig wird? Es muss uns letztlich gelingen, für jene, die sich erst in 10 bis 20 Jahren mit dieser Frage auseinandersetzen müssen, adäquate Angebote parat zu haben. Zusammen mit unseren Nachbargemeinden werden wir eine regionale Altersstrategie erstellen und im Rahmen dieser Arbeit verschiedene Themen angehen. Dabei ist mir die Mitwirkung der Bevölkerung wichtig und ich bin zuversichtlich, dass daraus kein «Schreibtischfutter», sondern konkrete, realisierbare Ideen entstehen werden.»

«Hat Rorschach etwas verpasst?»

Beim Themenbereich «Gesundheit» wird Ariane Thür Wenger nachdenklich. Der ganze Prozess rund um die Schliessung des Spitals Rorschach wirkt bei ihr nach. »Die nicht enden wollende Diskussion rund um ein mögliches Gesundheits- und Notfallzentrum ist mir eigentlich ein Dorn im Auge. Da werden von der kantonalen Politik laufend die Parameter verändert und letztlich muss ich feststellen, dass Versprechen nicht eingehalten werden. Das Spital ist zu und von einem GNZ spricht niemand mehr. Aktuell löst die Ankündigung der Entlassungen am Kantonsspital grosses Unbehagen aus. «Ambulant vor stationär» hat Grenzen. Die Dienstleistenden im ambulanten Bereich sind jetzt schon stark gefordert und die Strategie, die Patienten und Patientinnen so schnell wie möglich aus der Spitalpflege zu entlassen, stellt eine grosse Herausforderung für alle dar. »

Auf die Schlussfrage «Wo drückt der Schuh?» bringt sie einen wichtigen Teilaspekt des Zusammenlebens in der Stadt Rorschach auf den Punkt: «Es ist wichtig, dass sich die Bevölkerung am gesellschaftlichen und politischen Leben aktiv beteiligt. Mitreden, mitgestalten und mitentscheiden – das bringt uns weiter. Die Beteiligung an den Informationsveranstaltungen und Anlässen der Stadt ist eher bescheiden und ganze Bevölkerungsgruppen sind jeweils nicht vertreten. Der Stadtrat trägt dem Rechnung und versucht die Kommunikation möglichst breit zu gestalten und so möglichst grosse Teile der Bevölkerung zu erreichen.»

Der neue tReff an der Feldmühlestrasse 26 nimmt verschiedene Funktionen wahr: Beratung, Orientierung, Treffpunkt, Netzwerk und Ideenschmiede.
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