Res hat noch nicht genug

Bild: Bald 70-jährig und noch immer voller Tatendrang: Res Lerch.
In Kürze
Seit 2008 berichtet Res Lerch über das Geschehen in der Stadt. Er ist – quasi als Stadtchronist – mit Handy und Kamera zur Stelle, wenn sich in Rorschach etwas ereignet. Mal sind es längere Texte, mal Bilderstrecken, mal Kurzmeldungen. Ursprünglich als Wahlblog eröffnet, generiert das Rorschacher Echo mittlerweile über eine Million Anrufe pro Jahr. Am 19. August 2024 wird Res Lerch 70-jährig. Zeit aufzuhören, wie früher einmal angetönt? “Das Rorschacher Echo wird auch am 20. August 2024 erscheinen”, sagt er heute dazu.
Autor: Linda Müntener
Tag für Tag bloggt Res Lerch mit viel Herzblut auf dem “Rorschacher Echo” über die Hafenstadt. Mindestens bis zu seinem 70. Geburtstag, sagte er einmal. Das ist dieses Jahr soweit. Und dann?

Ein Samstagabend Ende Mai im Zeltwerk am See, die Ortsbürger veranstalten ein Quiz über Rorschach und der Quizmaster will wissen, wie viele Schwaneneier aktuell im Nest liegen. Richtige Antwort: fünf. “Falsch!”, ruft Res Lerch von seinem Tisch nach vorne. “Es sind vier!”. Er hat die Eier wenige Stunden davor gezählt, fotografiert und einen Artikel auf dem “Rorschacher Echo” gepostet. Punkt für den Stadtblogger und sein Team.

Es gibt wohl kaum jemanden, der so gut über das Treiben in der Hafenstadt Bescheid weiss, wie Res Lerch. Jeden Tag fängt er hier das Leben ein und lässt die Leserinnen und Leser des “Rorschacher Echos” daran teilhaben: Jubiläumsfest des Schulhauses Burghalden, Belagsarbeiten auf der Hauptstrasse, Mittagstisch im Hafenbuffet, Erinnerung an die Grünabfuhr, Morgenrot über dem See, Brand im Altersheim. Mal sind es längere Texte, mal Bilderstrecken, mal Kurzmeldungen. Res Lerch ist so etwas wie ein moderner Stadtchronist, mit Handy und Kamera zur Stelle, wenn etwas passiert. Unterstützung bekommt er von seiner Frau Jolanda, die das Korrektorat übernimmt, und Michael Huwiler, der sich um den technischen Support kümmert. Und nicht zuletzt von seiner Leserschaft, die ihm immer wieder Hinweise oder Bilder liefert. So wird das “Echo” täglich mit mindestens fünf neuen Artikeln gefüttert.

Vom Wahlblog zum preisgekrönten Lokalportal

Angefangen hat alles im Jahr 2008, als der diplomierte Sozialpädagoge als SP-Kandidat für den Rorschacher Stadtrat kandidierte und seinen Wahlkampf mit dem Blog begleitete. Gewonnen hat er den Sitz zwar nicht, dafür aber Leserinnen und Leser. Er führte den Blog weiter und baute die Webseite über die vergangenen Jahre stetig aus. Eines ist gleichgeblieben: Bezahlschranken gibt es bis heute keine, jeder Beitrag ist kostenlos zugänglich. Wer etwas beisteuern will, kann das freiwillig über einen Spendenbutton tun, weitere Einnahmen generiert er über Onlinewerbung von Sponsoren. Von den Einnahmen leben könnte er nicht, mit seinem “digitalen Tagebuch” verdient er sich seit seiner Frühpensionierung einen Zustupf.

Während Tageszeitungen ihre Regionalberichterstattungen aus Spargründen je länger je mehr zurückfahren und Lokalredaktionen geschlossen werden, besetzt das “Rorschacher Echo” genau diese Nische. Geschichten, die sich vor der Haustüre abspielen, im Fachjargon “hyperlocal content”, eben das, was die Leute am brennendsten interessiert. Einen journalistischen Auftrag verfolgt Res Lerch keinen, auch wenn er zu Pressekonferenzen eingeladen wird und auf Medienverteilern steht. Das “Echo” ist nicht sein Job, es ist seine Leidenschaft. Stehen beispielsweise Wahlen an, vermeldet er lediglich das Abstimmungsresultat. An journalistische Pflichten muss er sich nicht halten. Der Blog soll Emotionen transportieren, sich auf gesellschaftliche und kulturelle Anlässe konzentrieren. Und natürlich, trotz gelegentlichem Blick über die Stadtgrenzen hinaus, auf Rorschach. Dafür wurden ihm zweimal der Carl-Stürm-Preis und 2022 auch noch der Goldene Anker verliehen. Er widmete die Auszeichnung seiner Frau und allen Menschen, die Rorschach – “ein ungemein geiler Lebensraum” – zu dem machen, was es ist.

Schluss mit 70?

Über eine Million Aufrufe verzeichnet die Plattform im Jahr. Eine beachtliche Zahl für ein lokales Onlinemedium. Das “Rorschacher Echo” ist mittlerweile so populär, dass im vergangenen Jahr das Gerücht die Runde machte, Res Lerch hätte seinen Blog verkauft. Die Richtigstellung folgte prompt. So schreibt er in seinem Beitrag vom 23. Juni 2023: “Fakt ist: Das “Rorschacher Echo” bleibt in meiner Hand. Sofern mit fortschreitendem Alter nichts Gravierendes dazwischenkommt, sicher bis zum 19. August 2024. Dann werde ich 70 und erst dann schauen wir weiter.” Das dauert nicht mehr lange. Und dann? Weitermachen? Kürzertreten? Oder gar Schluss mit 70? Anruf bei Res Lerch. Er sagt: “Das Rorschacher Echo wird auch am 20. August 2024 erscheinen.”

Ein Samstagabend Ende Mai im Zeltwerk am See, die Ortsbürger veranstalten ein Quiz über Rorschach und der Quizmaster will wissen, wie viele Schwaneneier aktuell im Nest liegen. Richtige Antwort: fünf. “Falsch!”, ruft Res Lerch von seinem Tisch nach vorne. “Es sind vier!”. Er hat die Eier wenige Stunden davor gezählt, fotografiert und einen Artikel auf dem “Rorschacher Echo” gepostet. Punkt für den Stadtblogger und sein Team.

Es gibt wohl kaum jemanden, der so gut über das Treiben in der Hafenstadt Bescheid weiss, wie Res Lerch. Jeden Tag fängt er hier das Leben ein und lässt die Leserinnen und Leser des “Rorschacher Echos” daran teilhaben: Jubiläumsfest des Schulhauses Burghalden, Belagsarbeiten auf der Hauptstrasse, Mittagstisch im Hafenbuffet, Erinnerung an die Grünabfuhr, Morgenrot über dem See, Brand im Altersheim. Mal sind es längere Texte, mal Bilderstrecken, mal Kurzmeldungen. Res Lerch ist so etwas wie ein moderner Stadtchronist, mit Handy und Kamera zur Stelle, wenn etwas passiert. Unterstützung bekommt er von seiner Frau Jolanda, die das Korrektorat übernimmt, und Michael Huwiler, der sich um den technischen Support kümmert. Und nicht zuletzt von seiner Leserschaft, die ihm immer wieder Hinweise oder Bilder liefert. So wird das “Echo” täglich mit mindestens fünf neuen Artikeln gefüttert.

Vom Wahlblog zum preisgekrönten Lokalportal

Angefangen hat alles im Jahr 2008, als der diplomierte Sozialpädagoge als SP-Kandidat für den Rorschacher Stadtrat kandidierte und seinen Wahlkampf mit dem Blog begleitete. Gewonnen hat er den Sitz zwar nicht, dafür aber Leserinnen und Leser. Er führte den Blog weiter und baute die Webseite über die vergangenen Jahre stetig aus. Eines ist gleichgeblieben: Bezahlschranken gibt es bis heute keine, jeder Beitrag ist kostenlos zugänglich. Wer etwas beisteuern will, kann das freiwillig über einen Spendenbutton tun, weitere Einnahmen generiert er über Onlinewerbung von Sponsoren. Von den Einnahmen leben könnte er nicht, mit seinem “digitalen Tagebuch” verdient er sich seit seiner Frühpensionierung einen Zustupf.

Während Tageszeitungen ihre Regionalberichterstattungen aus Spargründen je länger je mehr zurückfahren und Lokalredaktionen geschlossen werden, besetzt das “Rorschacher Echo” genau diese Nische. Geschichten, die sich vor der Haustüre abspielen, im Fachjargon “hyperlocal content”, eben das, was die Leute am brennendsten interessiert. Einen journalistischen Auftrag verfolgt Res Lerch keinen, auch wenn er zu Pressekonferenzen eingeladen wird und auf Medienverteilern steht. Das “Echo” ist nicht sein Job, es ist seine Leidenschaft. Stehen beispielsweise Wahlen an, vermeldet er lediglich das Abstimmungsresultat. An journalistische Pflichten muss er sich nicht halten. Der Blog soll Emotionen transportieren, sich auf gesellschaftliche und kulturelle Anlässe konzentrieren. Und natürlich, trotz gelegentlichem Blick über die Stadtgrenzen hinaus, auf Rorschach. Dafür wurden ihm zweimal der Carl-Stürm-Preis und 2022 auch noch der Goldene Anker verliehen. Er widmete die Auszeichnung seiner Frau und allen Menschen, die Rorschach – “ein ungemein geiler Lebensraum” – zu dem machen, was es ist.

Schluss mit 70?

Über eine Million Aufrufe verzeichnet die Plattform im Jahr. Eine beachtliche Zahl für ein lokales Onlinemedium. Das “Rorschacher Echo” ist mittlerweile so populär, dass im vergangenen Jahr das Gerücht die Runde machte, Res Lerch hätte seinen Blog verkauft. Die Richtigstellung folgte prompt. So schreibt er in seinem Beitrag vom 23. Juni 2023: “Fakt ist: Das “Rorschacher Echo” bleibt in meiner Hand. Sofern mit fortschreitendem Alter nichts Gravierendes dazwischenkommt, sicher bis zum 19. August 2024. Dann werde ich 70 und erst dann schauen wir weiter.” Das dauert nicht mehr lange. Und dann? Weitermachen? Kürzertreten? Oder gar Schluss mit 70? Anruf bei Res Lerch. Er sagt: “Das Rorschacher Echo wird auch am 20. August 2024 erscheinen.”

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