Ein Laden, viele Welten

Bild: Der Claro Weltlanden befindet sich an der Mariabergstrasse 8 in Rorschach.
In Kürze
Seit 45 Jahren gehört der Claro Weltladen zu Rorschach. Was 1981 mit einem kleinen Sortiment begann, ist heute ein vielseitiges Geschäft mit fair gehandelten, biologischen und bewusst produzierten Waren aus aller Welt und aus der Schweiz. Getragen wird der Laden von 14 ehrenamtlich engagierten Frauen, die mit persönlicher Beratung, besonderen Produkten und Veranstaltungen die Idee des fairen Handels weiterleben lassen. Im Mittelpunkt steht bis heute der respektvolle Umgang mit Mensch und Natur.

Rorschachs Läden im Porträt

Sie prägen das Stadtbild, sorgen für Vielfalt und bringen Leben ins Zentrum: die kleinen und grossen Geschäfte in Rorschach. In einer neuen Serie stellt die Stadtinfo Läden rund um die Hauptstrasse vor – und vor allem die Menschen, Ideen und Geschichten dahinter. Den Anfang macht der Claro Weltladen an der Mariabergstrasse. Er feiert 2026 sein 45-Jahr-Jubiläum.

Autor: Linda Müntener
Seit 45 Jahren gehört der Claro Weltladen zu Rorschach. Was einst mit Kaffee, Tee, Honig und einer überschaubaren Auswahl begonnen hat, ist heute ein Geschäft mit einer bunten Produktpalette. Getragen wird es von ehrenamtlichem Engagement und einer Idee, die aktueller kaum sein könnte: bewusst und fair einkaufen.

Eine rote Bluse mit Palmenmuster fällt als Erstes ins Auge. Ein paar Regale weiter gibt es Darjeeling aus dem Himalaya, Cashewnüsse, Kinderkleider mit Waschbären, handgeschnitzte Holzlöffel und Fussbalsam aus dem Bergell. Wer durch den Claro Weltladen an der Mariabergstrasse schlendert, reist in wenigen Schritten ziemlich weit. Dabei hat die Geschichte in Rorschach einmal wesentlich bescheidener angefangen: mit Kaffee, Tee, Honig, Papier und Kunsthandwerk.

Seit 45 Jahren in Rorschach

1981 öffnete der Weltladen in Rorschach seine Türen. Seine Wurzeln reichen aber noch etwas weiter zurück. In den 1970er-Jahren sorgten Aktionen mit Ujamaa-Kaffee aus Tansania und «Jute statt Plastik»-Taschen aus Bangladesch in der Schweiz für Aufmerksamkeit. Aus der entwicklungspolitischen Bewegung rund um die damalige «Erklärung von Bern» entstanden die ersten Dritt-Welt-Läden.

Auch in Rorschach fanden sich Menschen, welche die Idee «Gemeinsam Zukunft fairändern» aufnehmen wollten. «Die Produktpalette war zunächst noch überschaubar», sagt Co-Präsidentin und Koordinatorin Andrea Städler. Neben Kaffee, Tee und Honig gab es umweltverträgliches Papier, Kunsthandwerk und Textilien. Was damals noch erklärungsbedürftig war, gehört heute vielerorts zum Alltag: Beim Einkauf interessieren nicht nur Preis und Qualität, sondern auch die Bedingungen, unter denen ein Produkt entstanden ist.

1983 zog der Weltladen aus der Alten Kaplanei der katholischen Kirchgemeinde in den SBB-Güterschuppen beim Hafenbahnhof. Später wechselte er innerhalb des Gebäudes von der Ost- auf die Westseite. 2003 folgte der Umzug ins Haus Mariaberg an der Hauptstrasse. «Im August 2021 sind wir erneut umgezogen in unser neues, grösseres und schönes Ladenlokal an der Mariabergstrasse 8.»

Fair gehandelt – und manchmal ganz aus der Nähe

Heute reicht das Sortiment von Lebensmitteln, die fast ausschliesslich Bio-Qualität haben, über Kleider, Schmuck und Accessoires bis zu Kosmetik, Spielsachen, Kunsthandwerk und Geschenkartikeln. Dabei bedeutet «Weltladen» keineswegs, dass alles von weit her kommen muss. Zwischen Tee aus Asien stehen Kräutertees von Raselli aus dem Puschlav. Entscheidend ist vielmehr die Idee dahinter: bewusst produzierte Waren und faire Bedingungen für die Menschen, die sie herstellen.

Gerade darin hat sich die Welt seit den Anfängen des Ladens verändert. Fair gehandelte Produkte sind längst nicht mehr etwas, das man ausschliesslich in einem Weltladen findet. Kaffee, Schokolade oder Bananen mit entsprechenden Labels stehen heute auch in den Regalen der Grossverteiler. Was für einen spezialisierten Laden zunächst nach Konkurrenz klingt, lässt sich auch anders lesen: Eine Idee, für die Weltläden vor Jahrzehnten noch Überzeugungsarbeit leisten mussten, ist im Alltag angekommen. Der Claro Weltladen setzt deshalb auch auf das, was ein kleines Geschäft ausmacht: ein sorgfältig ausgewähltes Sortiment, persönliche Beratung und Produkte, die man nicht überall findet. Dazu gehören auch individuell zusammengestellte Geschenke und Präsentsets.

Ein Laden, der von Freiwilligen lebt

Hinter all dem steht in Rorschach kein grosser Detailhändler. «Zu unserem Verein gehören derzeit 14 Frauen, die ehrenamtlich den Laden führen beziehungsweise im Vorstand wirken», sagt Andrea Städler, Co-Präsidentin. Und ihr Engagement endet nicht an der Ladentür. Mit Modeapéros, Degustationen und anderen Veranstaltungen versucht der Verein immer wieder, Menschen zusammenzubringen. Im Juni 2025 beispielsweise wurde gemeinsam mit der Bibliothek Rorschach-Rorschacherberg «Crêpes & Crime» organisiert: Schauspielerinnen und Schauspieler des Theaters Sinnflut spielten Krimis, in den Pausen gab es Crêpes mit Aufstrichen aus dem Claro-Sortiment.

Was damals klein begann, hat sich im Laufe der Jahre stark vergrössert. Die Grundidee ist jedoch geblieben: Konsum ist nicht nur die Frage, was wir kaufen. Sondern auch, woher es kommt und wer daran verdient. «Als Non-Profit-Organisation spenden wir nach Möglichkeit einen Gewinn an gemeinnützige Organisationen und unterstützen Projekte im Weltsüden.» Das fördere wirtschaftliche Perspektiven, Bildungschancen, Selbstbestimmung, Geschlechter- und Klimagerechtigkeit. «Mit dem fairen Handel und strengen Richtlinien setzt claro klare Zeichen für einen achtsamen, respektvollen Umgang mit Mensch und Natur.» Wer sich davon selbst ein Bild machen möchte, braucht dafür keine Weltreise. Ein Abstecher an die Mariabergstrasse reicht.

Mehr dazu: www.claro-rorschach.ch

Eine rote Bluse mit Palmenmuster fällt als Erstes ins Auge. Ein paar Regale weiter gibt es Darjeeling aus dem Himalaya, Cashewnüsse, Kinderkleider mit Waschbären, handgeschnitzte Holzlöffel und Fussbalsam aus dem Bergell. Wer durch den Claro Weltladen an der Mariabergstrasse schlendert, reist in wenigen Schritten ziemlich weit. Dabei hat die Geschichte in Rorschach einmal wesentlich bescheidener angefangen: mit Kaffee, Tee, Honig, Papier und Kunsthandwerk.

Seit 45 Jahren in Rorschach

1981 öffnete der Weltladen in Rorschach seine Türen. Seine Wurzeln reichen aber noch etwas weiter zurück. In den 1970er-Jahren sorgten Aktionen mit Ujamaa-Kaffee aus Tansania und «Jute statt Plastik»-Taschen aus Bangladesch in der Schweiz für Aufmerksamkeit. Aus der entwicklungspolitischen Bewegung rund um die damalige «Erklärung von Bern» entstanden die ersten Dritt-Welt-Läden.

Auch in Rorschach fanden sich Menschen, welche die Idee «Gemeinsam Zukunft fairändern» aufnehmen wollten. «Die Produktpalette war zunächst noch überschaubar», sagt Co-Präsidentin und Koordinatorin Andrea Städler. Neben Kaffee, Tee und Honig gab es umweltverträgliches Papier, Kunsthandwerk und Textilien. Was damals noch erklärungsbedürftig war, gehört heute vielerorts zum Alltag: Beim Einkauf interessieren nicht nur Preis und Qualität, sondern auch die Bedingungen, unter denen ein Produkt entstanden ist.

1983 zog der Weltladen aus der Alten Kaplanei der katholischen Kirchgemeinde in den SBB-Güterschuppen beim Hafenbahnhof. Später wechselte er innerhalb des Gebäudes von der Ost- auf die Westseite. 2003 folgte der Umzug ins Haus Mariaberg an der Hauptstrasse. «Im August 2021 sind wir erneut umgezogen in unser neues, grösseres und schönes Ladenlokal an der Mariabergstrasse 8.»

Fair gehandelt – und manchmal ganz aus der Nähe

Heute reicht das Sortiment von Lebensmitteln, die fast ausschliesslich Bio-Qualität haben, über Kleider, Schmuck und Accessoires bis zu Kosmetik, Spielsachen, Kunsthandwerk und Geschenkartikeln. Dabei bedeutet «Weltladen» keineswegs, dass alles von weit her kommen muss. Zwischen Tee aus Asien stehen Kräutertees von Raselli aus dem Puschlav. Entscheidend ist vielmehr die Idee dahinter: bewusst produzierte Waren und faire Bedingungen für die Menschen, die sie herstellen.

Gerade darin hat sich die Welt seit den Anfängen des Ladens verändert. Fair gehandelte Produkte sind längst nicht mehr etwas, das man ausschliesslich in einem Weltladen findet. Kaffee, Schokolade oder Bananen mit entsprechenden Labels stehen heute auch in den Regalen der Grossverteiler. Was für einen spezialisierten Laden zunächst nach Konkurrenz klingt, lässt sich auch anders lesen: Eine Idee, für die Weltläden vor Jahrzehnten noch Überzeugungsarbeit leisten mussten, ist im Alltag angekommen. Der Claro Weltladen setzt deshalb auch auf das, was ein kleines Geschäft ausmacht: ein sorgfältig ausgewähltes Sortiment, persönliche Beratung und Produkte, die man nicht überall findet. Dazu gehören auch individuell zusammengestellte Geschenke und Präsentsets.

Ein Laden, der von Freiwilligen lebt

Hinter all dem steht in Rorschach kein grosser Detailhändler. «Zu unserem Verein gehören derzeit 14 Frauen, die ehrenamtlich den Laden führen beziehungsweise im Vorstand wirken», sagt Andrea Städler, Co-Präsidentin. Und ihr Engagement endet nicht an der Ladentür. Mit Modeapéros, Degustationen und anderen Veranstaltungen versucht der Verein immer wieder, Menschen zusammenzubringen. Im Juni 2025 beispielsweise wurde gemeinsam mit der Bibliothek Rorschach-Rorschacherberg «Crêpes & Crime» organisiert: Schauspielerinnen und Schauspieler des Theaters Sinnflut spielten Krimis, in den Pausen gab es Crêpes mit Aufstrichen aus dem Claro-Sortiment.

Was damals klein begann, hat sich im Laufe der Jahre stark vergrössert. Die Grundidee ist jedoch geblieben: Konsum ist nicht nur die Frage, was wir kaufen. Sondern auch, woher es kommt und wer daran verdient. «Als Non-Profit-Organisation spenden wir nach Möglichkeit einen Gewinn an gemeinnützige Organisationen und unterstützen Projekte im Weltsüden.» Das fördere wirtschaftliche Perspektiven, Bildungschancen, Selbstbestimmung, Geschlechter- und Klimagerechtigkeit. «Mit dem fairen Handel und strengen Richtlinien setzt claro klare Zeichen für einen achtsamen, respektvollen Umgang mit Mensch und Natur.» Wer sich davon selbst ein Bild machen möchte, braucht dafür keine Weltreise. Ein Abstecher an die Mariabergstrasse reicht.

Mehr dazu: www.claro-rorschach.ch

Rorschachs Läden im Porträt

Sie prägen das Stadtbild, sorgen für Vielfalt und bringen Leben ins Zentrum: die kleinen und grossen Geschäfte in Rorschach. In einer neuen Serie stellt die Stadtinfo Läden rund um die Hauptstrasse vor – und vor allem die Menschen, Ideen und Geschichten dahinter. Den Anfang macht der Claro Weltladen an der Mariabergstrasse. Er feiert 2026 sein 45-Jahr-Jubiläum.

Beitrag teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Um diese Web-App zum Home-Bildschirm hinzuzufügen.
Tippen Sie auf und dann Zum Home-Bildschirm.