Die Ludothek braucht Unterstützung

Bild: Ein Paradies für Kinder: In der Ludothek stehen unzählige Spiele und Spielsachen zum Ausleihen bereit.
In Kürze
Seit 2014 besteht im Treppenhaus an der Kirchstrasse die Ludothek. Für einen Jahresbeitrag von 60 Franken können Kinder pro Ausleihe fünf Spielsachen für vier Wochen mit nach Hause nehmen. Aber auch für Erwachsene ist die Auswahl für den nächsten Spieleabend gross. Doch das Angebot ist gefährdet. Es fehlt an freiwilligen Helferinnen und Helfern. Die Ludothek ist als Verein organisiert und das Team dringend auf Verstärkung angewiesen. Dieses hofft auch auf die Hilfe der Stadt.

Öffnungszeiten Ludothek Rorschach, Kirchstrasse 3

Mittwoch: 15:30 bis 18 Uhr
Samstag: 09:30 bis 12 Uhr

Während der Schulferien bleibt die Ludothek geschlossen.

Kontakt: info@ludothek-rorschach.ch; 079 125 64 44 (nur während Öffnungszeiten)

Mehr Infos: www.ludothek-rorschach.ch

Autor: Linda Müntener
Zweimal pro Woche hat die Ludothek im Rorschacher Treppenhaus geöffnet. Wie lange hier noch Spiele ausgeliehen werden können, ist ungewiss. Das ehrenamtliche Team sucht dringend Hilfe.

Glück gehabt, das rote Tretfahrzeug ist da. Der Bub strahlt und trägt das Gerät mit Mamis Hilfe zum Tresen. Scannen, Bon abholen und dann ab nach Hause. Die nächsten vier Wochen kann er nun damit herumfahren. Danach bringt er das Fahrzeug wieder zurück – und darf sich etwas Neues aussuchen.

Es ist Samstagmorgen in der Ludothek Rorschach, ein beliebter Ausleihtag. Der schmale Raum im ersten Obergeschoss des Treppenhauses an der Kirchstrasse ist ein kleines Paradies für Kinder. Brettspiele, Hörspiele, Spielküche, Playmobil, Feuerwehrstation – die Auswahl ist gross, nicht nur für die Kleinen. Auch für Erwachsene gibt’s hier etwas für den nächsten Spieleabend. Seit 2014 ist die Ludothek an diesem Standort jeweils am Mittwochnachmittag und am Samstagvormittag geöffnet.

Helferinnen und Helfer gesucht

Ohne das Team dahinter ginge das nicht. Die Ludothek ist als Verein organisiert, fünf Frauen halten den Betrieb nebst ihren hauptberuflichen Tätigkeiten seit Jahren aufrecht. Sie tun dies ehrenamtlich. Seit einem Jahr sucht das Team dringend Verstärkung, freiwillige Helferinnen und Helfer, die sich zwei bis vier Einsätze pro Quartal vorstellen könnten. Vergeblich. „Wir finden niemanden“, sagt Cornelia Battaglia vom Ludo-Team. „Freiwilligenarbeit zu leisten, ist heute nicht mehr selbstverständlich.“ Für viele sei dies neben Beruf und Familie nicht leistbar.

Ludo-Team hofft auf Hilfe von der Stadt

Wie weiter? Aus Sicht des Ludo-Teams gibt es nur eine langfristige Lösung: Der Betrieb müsste vollständig von der öffentlichen Hand getragen werden. „So wie bei der Bibliothek, wo die Mitarbeitenden bei der Stadt angestellt sind und einen Lohn für ihre Arbeit erhalten.“ Die Bibliothek ist ebenfalls im Treppenhaus untergebracht. Das passt: Während die Eltern oben Bücher zurückbringen, suchen die Kinder unten Spiele aus. Das Fördern des Spielens sei für die Entwicklung der Kinder genauso wichtig wie Lesen und liege damit im Interesse der Gesellschaft, sagt Cornelia Battaglia. „Kinder lernen beim Spielen zu verlieren und auf andere einzugehen. Sie können ihrer Fantasie freien Lauf lassen.“

Auch finanziell lohne sich die Ludothek für Familien. Der Jahresbeitrag beträgt 60 Franken, pro Ausleihe können fünf Sachen mitgenommen werden. Zum Vergleich: Ein Tretfahrzeug wie jenes, das an diesem Morgen ausgeliehen wird, kostet neu über 500 Franken. „Wir stehen für Nachhaltigkeit. Wieso alles neu kaufen, wenn man es einfach ausleihen kann?“

Schliessung verhindern

Für das Ludo-Team ist klar: Wäre nebst der Miete auch die Arbeit bezahlt, könnte man den Betrieb professioneller aufgleisen und mehr bieten. Cornelia Battaglia nennt als Beispiel die Ludothek Gossau, die jeden Tag geöffnet ist und über 3’000 Spielsachen im Sortiment hat. Dies wäre im Treppenhaus räumlich zwar nicht denkbar, „aber es zeigt, welchen Stellenwert die Ludothek andernorts hat.“

Bleibt der Hilferuf in Rorschach ungehört, wäre die Schliessung per Ende 2023 ein mögliches Szenario. Die Frauen hoffen, dass es nicht soweit kommt. Und dass noch lange glückliche Kinder in der Ludothek Rorschach ein und aus gehen.

Glück gehabt, das rote Tretfahrzeug ist da. Der Bub strahlt und trägt das Gerät mit Mamis Hilfe zum Tresen. Scannen, Bon abholen und dann ab nach Hause. Die nächsten vier Wochen kann er nun damit herumfahren. Danach bringt er das Fahrzeug wieder zurück – und darf sich etwas Neues aussuchen.

Es ist Samstagmorgen in der Ludothek Rorschach, ein beliebter Ausleihtag. Der schmale Raum im ersten Obergeschoss des Treppenhauses an der Kirchstrasse ist ein kleines Paradies für Kinder. Brettspiele, Hörspiele, Spielküche, Playmobil, Feuerwehrstation – die Auswahl ist gross, nicht nur für die Kleinen. Auch für Erwachsene gibt’s hier etwas für den nächsten Spieleabend. Seit 2014 ist die Ludothek an diesem Standort jeweils am Mittwochnachmittag und am Samstagvormittag geöffnet.

Helferinnen und Helfer gesucht

Ohne das Team dahinter ginge das nicht. Die Ludothek ist als Verein organisiert, fünf Frauen halten den Betrieb nebst ihren hauptberuflichen Tätigkeiten seit Jahren aufrecht. Sie tun dies ehrenamtlich. Seit einem Jahr sucht das Team dringend Verstärkung, freiwillige Helferinnen und Helfer, die sich zwei bis vier Einsätze pro Quartal vorstellen könnten. Vergeblich. „Wir finden niemanden“, sagt Cornelia Battaglia vom Ludo-Team. „Freiwilligenarbeit zu leisten, ist heute nicht mehr selbstverständlich.“ Für viele sei dies neben Beruf und Familie nicht leistbar.

Ludo-Team hofft auf Hilfe von der Stadt

Wie weiter? Aus Sicht des Ludo-Teams gibt es nur eine langfristige Lösung: Der Betrieb müsste vollständig von der öffentlichen Hand getragen werden. „So wie bei der Bibliothek, wo die Mitarbeitenden bei der Stadt angestellt sind und einen Lohn für ihre Arbeit erhalten.“ Die Bibliothek ist ebenfalls im Treppenhaus untergebracht. Das passt: Während die Eltern oben Bücher zurückbringen, suchen die Kinder unten Spiele aus. Das Fördern des Spielens sei für die Entwicklung der Kinder genauso wichtig wie Lesen und liege damit im Interesse der Gesellschaft, sagt Cornelia Battaglia. „Kinder lernen beim Spielen zu verlieren und auf andere einzugehen. Sie können ihrer Fantasie freien Lauf lassen.“

Auch finanziell lohne sich die Ludothek für Familien. Der Jahresbeitrag beträgt 60 Franken, pro Ausleihe können fünf Sachen mitgenommen werden. Zum Vergleich: Ein Tretfahrzeug wie jenes, das an diesem Morgen ausgeliehen wird, kostet neu über 500 Franken. „Wir stehen für Nachhaltigkeit. Wieso alles neu kaufen, wenn man es einfach ausleihen kann?“

Schliessung verhindern

Für das Ludo-Team ist klar: Wäre nebst der Miete auch die Arbeit bezahlt, könnte man den Betrieb professioneller aufgleisen und mehr bieten. Cornelia Battaglia nennt als Beispiel die Ludothek Gossau, die jeden Tag geöffnet ist und über 3’000 Spielsachen im Sortiment hat. Dies wäre im Treppenhaus räumlich zwar nicht denkbar, „aber es zeigt, welchen Stellenwert die Ludothek andernorts hat.“

Bleibt der Hilferuf in Rorschach ungehört, wäre die Schliessung per Ende 2023 ein mögliches Szenario. Die Frauen hoffen, dass es nicht soweit kommt. Und dass noch lange glückliche Kinder in der Ludothek Rorschach ein und aus gehen.

Öffnungszeiten Ludothek Rorschach, Kirchstrasse 3

Mittwoch: 15:30 bis 18 Uhr
Samstag: 09:30 bis 12 Uhr

Während der Schulferien bleibt die Ludothek geschlossen.

Kontakt: info@ludothek-rorschach.ch; 079 125 64 44 (nur während Öffnungszeiten)

Mehr Infos: www.ludothek-rorschach.ch

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