Ein Spaziergang zu den ältesten Bewohnern Rorschachs

Bild: Die Platane im Seepark ist schon über 100 Jahre alt und verdunstet an einem heissen Sommertag bis zu 600 Liter Wasser.
In Kürze
Stadtgärtner Michael Heggli hat einen Baumspaziergang durch Rorschach geschaffen. Auf 3,8 km können Spaziergängerinnen und Spaziergänger 16 spezielle Bäume besuchen. Zu jeder Station liefert der Flyer, den man im Rathaus, in der Tourist Information oder online auf der Website der Stadt beziehen kann, spannende Informationen.
Autor: Sabrina Obertüfer
Ein chinesisches Sprichwort sagt: «Die beste Zeit einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Die zweitbeste ist jetzt.»

Getreu diesem Motto liess der Stadtgärtner Michael Heggli auf Rorschacher Stadtboden seit seinem Arbeitsbeginn im Mai 2019 rund 262 Bäume pflanzen – durchschnittlich also einen Baum pro Woche. «Bäume produzieren nicht nur Sauerstoff, den wir Menschen zum Überleben brauchen. Sie spenden auch Schatten und Feuchtigkeit an heissen Tagen», erzählt Michael Heggli. «Eine Stadt wäre ohne Bäume nicht oder sehr schlecht bewohnbar.» Um das Bewusstsein für die grünen Riesen zu stärken, gibt es jetzt den Baumspaziergang durch Rorschach.

16 spezielle Bäume auf 3,8 km

Auf einem 3,8 km langen Weg besuchen interessierte Spazierende Bäume, die das Stadtbild bereits seit vielen Jahren prägen. Zu jeder Station stehen im Flyer, den man zum Beispiel im Rathaus, in der Tourist Information oder online auf der Website der Stadt beziehen kann, Informationen und Hintergrundgeschichten.  So erfährt man, dass die «gewöhnliche Platane» im Seepark an einem heissen Sommertag bis zu 600 Liter Wasser verdunstet. Dadurch verändert sich gar ihr Stammumfang, der tagsüber schmaler ist als in der Nacht.

Und wussten Sie, dass in Rorschach ebenfalls ein schiefer Turm steht? Seit ihrer Pflanzung im Jahr 1960 neigt sich eine Schwarzföhre an der Seepromenade immer mehr zur Seite und ist damit ebenso ein Wahrzeichen der Stadt wie ihr von Menschen erbautes Pendant in Pisa. Kann sie ihre Position halten, wird sie bis zu 800 Jahre alt und dürfte so noch manch einen Spaziergänger faszinieren.

Riesen und ein lebendes Fossil

Entlang der Route, bei der Herz-Jesu Kirche, steht eine Kalifornische Weihrauchzeder. Die Borke dieses Riesens wurde von Ureinwohnern für Hüttendächer, die Zweige für das Flechten von Körben und die abgekochten Blätter gegen Magenbeschwerden verwendet. Das Exemplar in Rorschach haben Rabenvögel beschlagnahmt. Sie ist ein grosser Versammlungsplatz, auf dem sich frühmorgens duzende von schwarzen Vögeln zum vermeintlichen Kaffeekränzchen treffen. Davon zeugt nicht nur der Lärm, auch die Hinterlassenschaften verraten das Treiben der Tiere.

Für den kinderwagentauglichen Baumspaziergang sollte man etwa 1,5 – 2 Stunden einrechnen. Viele Stationen laden zum Verweilen und Sinnieren ein. So kann der Proviant zum Beispiel neben einem lebenden Fossil gegessen werden. Die Gattung des Ginkgos, wovon ein Exemplar am Marktplatz steht, gibt es bereits seit hunderten Millionen Jahren. Oder man setzt sich im Amtshauspark auf eine Bank und bestaunt die «Königin unter den Ziergehölzen»: eine Tulpen-Magnolie, die einmal im Jahr einen spektakulären Blütenrausch zeigt. «Bäume sind faszinierende Lebewesen», sagt Michael Heggli, der den Baumspaziergang durch Rorschach geschaffen hat. «Sie verdienen es, wahrgenommen zu werden.»

Getreu diesem Motto liess der Stadtgärtner Michael Heggli auf Rorschacher Stadtboden seit seinem Arbeitsbeginn im Mai 2019 rund 262 Bäume pflanzen – durchschnittlich also einen Baum pro Woche. «Bäume produzieren nicht nur Sauerstoff, den wir Menschen zum Überleben brauchen. Sie spenden auch Schatten und Feuchtigkeit an heissen Tagen», erzählt Michael Heggli. «Eine Stadt wäre ohne Bäume nicht oder sehr schlecht bewohnbar.» Um das Bewusstsein für die grünen Riesen zu stärken, gibt es jetzt den Baumspaziergang durch Rorschach.

16 spezielle Bäume auf 3,8 km

Auf einem 3,8 km langen Weg besuchen interessierte Spazierende Bäume, die das Stadtbild bereits seit vielen Jahren prägen. Zu jeder Station stehen im Flyer, den man zum Beispiel im Rathaus, in der Tourist Information oder online auf der Website der Stadt beziehen kann, Informationen und Hintergrundgeschichten.  So erfährt man, dass die «gewöhnliche Platane» im Seepark an einem heissen Sommertag bis zu 600 Liter Wasser verdunstet. Dadurch verändert sich gar ihr Stammumfang, der tagsüber schmaler ist als in der Nacht.

Und wussten Sie, dass in Rorschach ebenfalls ein schiefer Turm steht? Seit ihrer Pflanzung im Jahr 1960 neigt sich eine Schwarzföhre an der Seepromenade immer mehr zur Seite und ist damit ebenso ein Wahrzeichen der Stadt wie ihr von Menschen erbautes Pendant in Pisa. Kann sie ihre Position halten, wird sie bis zu 800 Jahre alt und dürfte so noch manch einen Spaziergänger faszinieren.

Riesen und ein lebendes Fossil

Entlang der Route, bei der Herz-Jesu Kirche, steht eine Kalifornische Weihrauchzeder. Die Borke dieses Riesens wurde von Ureinwohnern für Hüttendächer, die Zweige für das Flechten von Körben und die abgekochten Blätter gegen Magenbeschwerden verwendet. Das Exemplar in Rorschach haben Rabenvögel beschlagnahmt. Sie ist ein grosser Versammlungsplatz, auf dem sich frühmorgens duzende von schwarzen Vögeln zum vermeintlichen Kaffeekränzchen treffen. Davon zeugt nicht nur der Lärm, auch die Hinterlassenschaften verraten das Treiben der Tiere.

Für den kinderwagentauglichen Baumspaziergang sollte man etwa 1,5 – 2 Stunden einrechnen. Viele Stationen laden zum Verweilen und Sinnieren ein. So kann der Proviant zum Beispiel neben einem lebenden Fossil gegessen werden. Die Gattung des Ginkgos, wovon ein Exemplar am Marktplatz steht, gibt es bereits seit hunderten Millionen Jahren. Oder man setzt sich im Amtshauspark auf eine Bank und bestaunt die «Königin unter den Ziergehölzen»: eine Tulpen-Magnolie, die einmal im Jahr einen spektakulären Blütenrausch zeigt. «Bäume sind faszinierende Lebewesen», sagt Michael Heggli, der den Baumspaziergang durch Rorschach geschaffen hat. «Sie verdienen es, wahrgenommen zu werden.»

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Ein Kommentar

  1. Fantastisch – Ich bin motiviert!
    Der Flyer wird abgeholt und der Spaziergang demnächst unter die Füsse genommen.
    Wenn Grün, dann Grün, dann Grün.
    Dankä tuusig Michael Heggli. Und der Stadtverwaltung, dass solchem Engagement Raum gegeben wird.
    Freude herrscht.

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