Ein Hochhaus für Vielflieger
Bild: Eine Wohnung in luftiger Höhe: Der Mauerseglerturm beim Bahnhof Rorschach Stadt bietet acht Nistplätze.
Wer sich für den vollständigen Bericht zum Rorschacher Gebäudebrüter-Inventar interessiert, findet diesen auf der Vereinswebseite unter www.birdlifegoldach.ch. Der Verein freut sich über neue Mitglieder, die ihre Leidenschaft für die Vogelwelt teilen möchten.
Manche Bauwerke erklären sich von selbst. Dieses nicht. Der hölzerne Turm beim Rorschacher Stadtbahnhof wirkt auf den ersten Blick wie eine Mischung aus Hochsitz, Baumhaus und Kunstinstallation. Des Rätsels Lösung: Es ist ein Mauerseglerturm. Das Bauwerk wurde eigens für diese Tierart erstellt, die zwar regelmässig über die Hafenstadt fliegt, deren Lebensraum aber immer knapper wird.
Neubauten verdrängen Brutplätze
Die Stadt Rorschach hat den Mauerseglerturm in Zusammenarbeit mit dem Verein BirdLife Goldach errichtet. In den eingebauten Nistkästen finden die Vögel einen Brutplatz. Das ist dringend nötig. Als sogenannte Gebäudebrüter sind die Vögel auf Nischen und Hohlräume an älteren Häusern angewiesen. Moderne Gebäudesanierungen, Abrisse und Neubauten verschliessen diese Zugänge. Dadurch verlieren die Vögel ihre Brutplätze.
Begonnen hat die Zusammenarbeit zwischen Bauamt und BirdLife Goldach bereits im vergangenen Jahr. Die Stadt hatte den Verein damit beauftragt, ein Inventar über die Gebäudebrüter zu erstellen. «Man kann nur schützen, was man kennt», sagt Wilfried Harringer. Der pensionierte Hausarzt und passionierte Feldornithologe hat gemeinsam mit dem Vereinspräsidenten Joe Bischof die Federführung in diesem Projekt. Das Inventar konnte letztes Jahr dank zahlreichen mit Feldstecher ausgerüsteten Freiwilligen erstellt werden. Neben der grossen Kolonie in der Feldmühle konnten auch Mauersegler-Nester im Stadtcafé an der Feldmühlestrasse 38 dokumentiert werden. Und weil genau dort aktuell Gebäude abgebrochen und neugebaut werden, musste eine Alternative her. Denn Mauersegler bleiben ihrem Standort treu. Ende April kehren sie aus Afrika zurück, um ihre Jungen am selben Ort aufzuziehen. Das können sie nun in diesem Vogel-Hochhaus tun. «Bauamt und Stadtgärtnerei zeigten bei diesem Projekt initiatives Handeln und haben uns bei der Umsetzung toll unterstützt», sagt Wilfried Harringer. Der Turm bietet acht Nistkammern. In jedem der nach Osten und Norden gerichteten Einfluglöcher hat eine Vogelfamilie Platz. Ein Blech an den drei Holzpfosten schützt sie vor Mardern und Katzen.
Rorschach geht mit gutem Vorbild voran
Ob die Vielflieger den Turm als Alternative annehmen, wird sich in den kommenden Wochen oder im nächsten Frühling zeigen. So oder so: «Die Stadt Rorschach hat hier eine Vorbildrolle eingenommen», sagt Wilfried Harringer. Die Sensibilisierung für das Thema schreite aber auch andernorts voran. So hat man beispielsweise am Baugerüst des Arboner Schlossturms spezielle Nistkästen angebracht. Dennoch: Die Gebäudebrüter sind stark bedroht, sagt der Vogelkenner. Was passiert, wenn man dieser Entwicklung nicht gegensteuert, sieht man am Beispiel der Mehlschwalben. «Beim früheren Schuppen am Rorschacher Hauptbahnhof hatten diese noch einen Unterschlupf. Heute sind sie aus dem Stadtbild praktisch verschwunden.» Der Verein BirdLife Goldach ist Teil von BirdLife Schweiz und hilft gerne, wenn es darum geht, an geeigneten Standorten Nistkästen für Mauersegler und Schwalben zu montieren. Darüber hinaus machen sich die Mitglieder gemeinsam auf vogelkundliche Exkursionen, erweitern ihr Wissen an Vorträgen und Kursen und leisten praktische Einsätze in der Natur. «Ornithologie ist ein wunderbares Hobby», sagt Wilfried Harringer. Und eines, das er trotz seiner Gehbehinderung pflegen kann. Denn: «Die Vögel fliegen von selbst vorbei.»
Manche Bauwerke erklären sich von selbst. Dieses nicht. Der hölzerne Turm beim Rorschacher Stadtbahnhof wirkt auf den ersten Blick wie eine Mischung aus Hochsitz, Baumhaus und Kunstinstallation. Des Rätsels Lösung: Es ist ein Mauerseglerturm. Das Bauwerk wurde eigens für diese Tierart erstellt, die zwar regelmässig über die Hafenstadt fliegt, deren Lebensraum aber immer knapper wird.
Neubauten verdrängen Brutplätze
Die Stadt Rorschach hat den Mauerseglerturm in Zusammenarbeit mit dem Verein BirdLife Goldach errichtet. In den eingebauten Nistkästen finden die Vögel einen Brutplatz. Das ist dringend nötig. Als sogenannte Gebäudebrüter sind die Vögel auf Nischen und Hohlräume an älteren Häusern angewiesen. Moderne Gebäudesanierungen, Abrisse und Neubauten verschliessen diese Zugänge. Dadurch verlieren die Vögel ihre Brutplätze.
Begonnen hat die Zusammenarbeit zwischen Bauamt und BirdLife Goldach bereits im vergangenen Jahr. Die Stadt hatte den Verein damit beauftragt, ein Inventar über die Gebäudebrüter zu erstellen. «Man kann nur schützen, was man kennt», sagt Wilfried Harringer. Der pensionierte Hausarzt und passionierte Feldornithologe hat gemeinsam mit dem Vereinspräsidenten Joe Bischof die Federführung in diesem Projekt. Das Inventar konnte letztes Jahr dank zahlreichen mit Feldstecher ausgerüsteten Freiwilligen erstellt werden. Neben der grossen Kolonie in der Feldmühle konnten auch Mauersegler-Nester im Stadtcafé an der Feldmühlestrasse 38 dokumentiert werden. Und weil genau dort aktuell Gebäude abgebrochen und neugebaut werden, musste eine Alternative her. Denn Mauersegler bleiben ihrem Standort treu. Ende April kehren sie aus Afrika zurück, um ihre Jungen am selben Ort aufzuziehen. Das können sie nun in diesem Vogel-Hochhaus tun. «Bauamt und Stadtgärtnerei zeigten bei diesem Projekt initiatives Handeln und haben uns bei der Umsetzung toll unterstützt», sagt Wilfried Harringer. Der Turm bietet acht Nistkammern. In jedem der nach Osten und Norden gerichteten Einfluglöcher hat eine Vogelfamilie Platz. Ein Blech an den drei Holzpfosten schützt sie vor Mardern und Katzen.
Rorschach geht mit gutem Vorbild voran
Ob die Vielflieger den Turm als Alternative annehmen, wird sich in den kommenden Wochen oder im nächsten Frühling zeigen. So oder so: «Die Stadt Rorschach hat hier eine Vorbildrolle eingenommen», sagt Wilfried Harringer. Die Sensibilisierung für das Thema schreite aber auch andernorts voran. So hat man beispielsweise am Baugerüst des Arboner Schlossturms spezielle Nistkästen angebracht. Dennoch: Die Gebäudebrüter sind stark bedroht, sagt der Vogelkenner. Was passiert, wenn man dieser Entwicklung nicht gegensteuert, sieht man am Beispiel der Mehlschwalben. «Beim früheren Schuppen am Rorschacher Hauptbahnhof hatten diese noch einen Unterschlupf. Heute sind sie aus dem Stadtbild praktisch verschwunden.» Der Verein BirdLife Goldach ist Teil von BirdLife Schweiz und hilft gerne, wenn es darum geht, an geeigneten Standorten Nistkästen für Mauersegler und Schwalben zu montieren. Darüber hinaus machen sich die Mitglieder gemeinsam auf vogelkundliche Exkursionen, erweitern ihr Wissen an Vorträgen und Kursen und leisten praktische Einsätze in der Natur. «Ornithologie ist ein wunderbares Hobby», sagt Wilfried Harringer. Und eines, das er trotz seiner Gehbehinderung pflegen kann. Denn: «Die Vögel fliegen von selbst vorbei.»
Wer sich für den vollständigen Bericht zum Rorschacher Gebäudebrüter-Inventar interessiert, findet diesen auf der Vereinswebseite unter www.birdlifegoldach.ch. Der Verein freut sich über neue Mitglieder, die ihre Leidenschaft für die Vogelwelt teilen möchten.
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