Baustellen für eine grüne Zukunft

Bild: Anergie in der Kirchstrasse: Neue Leitungen in Strassen zu legen ist wegen der bestehenden Werke sehr aufwändig und zeitintensiv.
In Kürze
Das Projekt für den Seewasser-Wärmeverbund liegt im Zeitplan. Aktuell laufen die Arbeiten in der Kirchstrasse und an der Quartierzentrale Stadthof. Die grossen Leitungen für den Wassertransport bedingen einen breiten und zumeist tiefen Graben. Meist erschweren bereits vorhandenen Werke oder ein unterirdischer Bachlauf die Situation, was zu langen Baustellen führt. Ab April starten die Arbeiten in der Signalstrasse im Bereich des Bushofs, von wo aus die zweite Zentrale im Gebäude der Kantonalbank erschlossen wird. Das Interesse an der Seewasser-Wärmenutzung ist nach wie vor gross.

Wie funktioniert die Seewasser-Wärmenutzung?

Mit dem neuen Anergienetz können Liegenschaften in der Rorschacher Innenstadt künftig mit nachhaltiger Wärme versorgt werden. Das Seewasser wird in einer Tiefe von 30 Metern entnommen und über eine Leitung zur Seewasserzentrale am Ufer im Seepark transportiert. Dort übernimmt ein Wärmetauscher die Energie des Seewassers und überträgt sie an ein geschlossenes Netz, das sogenannte Anergienetz. Danach fliesst das Seewasser über eine separate Leitung zurück in den See.

Das Anergienetz verteilt die Wärme in verschiedene Quartierzentralen. Es besteht aus zwei Leitungen, die grösstenteils unter den Strassen verlaufen. In den Quartierzentralen kommen Wärmepumpen zum Einsatz, welche die Wärme auf ein nutzbares Niveau (zwischen 40 und 70 Grad Celsius) anheben. Über lokale Wärmeverbunde wird die Energie schliesslich in die angeschlossenen Gebäude weitergeleitet.

Autor: Linda Müntener
In der Innenstadt folgt derzeit eine Baustelle auf die nächste. Grund ist der Ausbau des Anergienetzes für den Seewasser-Wärmeverbund. Projektleiter Beat Bosshart erklärt, was die Arbeiten so anspruchsvoll macht und wie der Zeitplan aussieht.

Der Bodensee als Energielieferant: Rorschach macht es möglich. Mit dem Ja der Stimmbevölkerung am 18. Juni 2023 zum Kredit für die erste Etappe des Seewasser-Wärmeverbunds setzt die Stadt ein Zeichen auf dem Weg zur Energiewende: weg von fossilen Brennstoffen, hin zu lokaler, CO₂-armer Energie. Ende 2024 sind die ersten Bauarbeiten gestartet, mit dem Bau der Anergieleitung in der Kirchstrasse und der Löwenstrasse sowie dem Aufbau der Seewasserzentrale Seepark.

«Wir liegen im Zeitplan», sagt Beat Bosshart, Abteilungsleiter Wärmeversorgung bei den Technischen Betrieben. Und das, obwohl die Arbeiten anspruchsvoll sind. Besonders die Erschliessung des Stadthofs als Quartierzentrale hat einige Hürden mit sich gebracht. «Für den Wassertransport benötigen wir sehr grosse Leitungen, dafür müssen wir breit und meistens tief graben», sagt Beat Bosshart. Gerade an der Kirchstrasse sind bereits viele Leitungen vorhanden, was die Situation zusätzlich erschwert. Im Bereich des Schulbachs, der unterquert werden muss, ist zudem eine Grundwasserabsenkung nötig. Das sind Gründe, warum die Baustelle für die Tiefbauarbeiten bei der Kirchstrasse im Vergleich zu herkömmlichen Strassenbauarbeiten länger andauert – und die Verkehrsteilnehmenden und Anwohnenden Geduld brauchen.

Nächster Schritt: Signalstrasse

Ziel ist es, die Quartierzentrale Stadthof im Herbst 2025 in Betrieb zu nehmen und möglichst viele Gebäude mit umweltfreundlicher Wärme aus dem Bodensee zu versorgen. An der Signalstrasse – im Bereich des Bushofs – starten die Arbeiten dafür parallel im April 2025. Dabei wird auch die zweite Quartierzentrale im Gebäude der Kantonalbank erschlossen. Der Busverkehr wird während dieser Zeit umgeleitet. «Für die Verkehrsteilnehmenden bringt das leider Umstände mit sich», sagt Beat Bosshart. Immerhin sollen die Bauarbeiten an der Signalstrasse nur bis Juli 2025 dauern. Das Anergienetz führt dann hinunter zur Hauptstrasse in Richtung St. Gallerstrasse, wo beim Negropont die dritte Quartierzentrale entsteht. In der Hauptstrasse wurden die Anergie- und Fernwärmeleitungen im Zuge der Strassensanierungen bereits eingelegt.

Grosses Interesse am Generationenprojekt

Finanziert wird der Seewasser-Wärmeverbund durch Anschlussbeiträge, kantonale Förderbeiträge sowie Gebühren für den Bezug von Wärme und Kälte. Ein weiterer Ausbau des Netzes steht und fällt also mit dem Interesse der Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer. Dieses ist gemäss Umfragen gross. „Für die Erschliessung der neuen Wohnüberbauung Stadel, die direkt an den Stadtbahnhof angrenzt, liegen schon konkrete Anschlussabsichten vor“, sagt Beat Bosshart. Auch mit den Verantwortlichen der Überbauung Feldmühle sei man in Kontakt. Das Burghaldenschulhaus kann ebenfalls ans neue Netz angeschlossen werden, weitere Schulhäuser liegen zunächst zu weit vom Zentrum entfernt. «Das Potenzial ist gross», sagt Beat Bosshart, «auch langfristig». Der Seewasser-Wärmeverbund ist ein Generationenprojekt.

Der Bodensee als Energielieferant: Rorschach macht es möglich. Mit dem Ja der Stimmbevölkerung am 18. Juni 2023 zum Kredit für die erste Etappe des Seewasser-Wärmeverbunds setzt die Stadt ein Zeichen auf dem Weg zur Energiewende: weg von fossilen Brennstoffen, hin zu lokaler, CO₂-armer Energie. Ende 2024 sind die ersten Bauarbeiten gestartet, mit dem Bau der Anergieleitung in der Kirchstrasse und der Löwenstrasse sowie dem Aufbau der Seewasserzentrale Seepark.

«Wir liegen im Zeitplan», sagt Beat Bosshart, Abteilungsleiter Wärmeversorgung bei den Technischen Betrieben. Und das, obwohl die Arbeiten anspruchsvoll sind. Besonders die Erschliessung des Stadthofs als Quartierzentrale hat einige Hürden mit sich gebracht. «Für den Wassertransport benötigen wir sehr grosse Leitungen, dafür müssen wir breit und meistens tief graben», sagt Beat Bosshart. Gerade an der Kirchstrasse sind bereits viele Leitungen vorhanden, was die Situation zusätzlich erschwert. Im Bereich des Schulbachs, der unterquert werden muss, ist zudem eine Grundwasserabsenkung nötig. Das sind Gründe, warum die Baustelle für die Tiefbauarbeiten bei der Kirchstrasse im Vergleich zu herkömmlichen Strassenbauarbeiten länger andauert – und die Verkehrsteilnehmenden und Anwohnenden Geduld brauchen.

Nächster Schritt: Signalstrasse

Ziel ist es, die Quartierzentrale Stadthof im Herbst 2025 in Betrieb zu nehmen und möglichst viele Gebäude mit umweltfreundlicher Wärme aus dem Bodensee zu versorgen. An der Signalstrasse – im Bereich des Bushofs – starten die Arbeiten dafür parallel im April 2025. Dabei wird auch die zweite Quartierzentrale im Gebäude der Kantonalbank erschlossen. Der Busverkehr wird während dieser Zeit umgeleitet. «Für die Verkehrsteilnehmenden bringt das leider Umstände mit sich», sagt Beat Bosshart. Immerhin sollen die Bauarbeiten an der Signalstrasse nur bis Juli 2025 dauern. Das Anergienetz führt dann hinunter zur Hauptstrasse in Richtung St. Gallerstrasse, wo beim Negropont die dritte Quartierzentrale entsteht. In der Hauptstrasse wurden die Anergie- und Fernwärmeleitungen im Zuge der Strassensanierungen bereits eingelegt.

Grosses Interesse am Generationenprojekt

Finanziert wird der Seewasser-Wärmeverbund durch Anschlussbeiträge, kantonale Förderbeiträge sowie Gebühren für den Bezug von Wärme und Kälte. Ein weiterer Ausbau des Netzes steht und fällt also mit dem Interesse der Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer. Dieses ist gemäss Umfragen gross. „Für die Erschliessung der neuen Wohnüberbauung Stadel, die direkt an den Stadtbahnhof angrenzt, liegen schon konkrete Anschlussabsichten vor“, sagt Beat Bosshart. Auch mit den Verantwortlichen der Überbauung Feldmühle sei man in Kontakt. Das Burghaldenschulhaus kann ebenfalls ans neue Netz angeschlossen werden, weitere Schulhäuser liegen zunächst zu weit vom Zentrum entfernt. «Das Potenzial ist gross», sagt Beat Bosshart, «auch langfristig». Der Seewasser-Wärmeverbund ist ein Generationenprojekt.

Wie funktioniert die Seewasser-Wärmenutzung?

Mit dem neuen Anergienetz können Liegenschaften in der Rorschacher Innenstadt künftig mit nachhaltiger Wärme versorgt werden. Das Seewasser wird in einer Tiefe von 30 Metern entnommen und über eine Leitung zur Seewasserzentrale am Ufer im Seepark transportiert. Dort übernimmt ein Wärmetauscher die Energie des Seewassers und überträgt sie an ein geschlossenes Netz, das sogenannte Anergienetz. Danach fliesst das Seewasser über eine separate Leitung zurück in den See.

Das Anergienetz verteilt die Wärme in verschiedene Quartierzentralen. Es besteht aus zwei Leitungen, die grösstenteils unter den Strassen verlaufen. In den Quartierzentralen kommen Wärmepumpen zum Einsatz, welche die Wärme auf ein nutzbares Niveau (zwischen 40 und 70 Grad Celsius) anheben. Über lokale Wärmeverbunde wird die Energie schliesslich in die angeschlossenen Gebäude weitergeleitet.

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