Was bewegt die Rorschacherinnen und Rorschacher?

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Editorial

Zusammenleben: schön und anspruchsvoll zugleich

Liebe Rorschacherinnen und Rorschacher

Der Stadtrat und ich haben es immer wieder betont: In Rorschach geht es vorwärts. Und das stimmt. Überall wird entwickelt, gebaut, verbessert, verschönert. Eine aktuelle Studie hat Rorschach sogar zu einer der lebenswertesten Städte der Region gekürt. Das freut mich – und das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis gemeinsamer Anstrengung.

Aber ich wäre nicht ehrlich, wenn ich es dabei bewenden liesse. Denn es gibt eine andere Seite – und die verdient es, offen angesprochen zu werden.

Das Zusammenleben in unserer Stadt ist anspruchsvoll. Sprachbarrieren erschweren den Alltag und den Zusammenhalt. Einbrüche und Diebstähle verunsichern, und die Möglichkeiten der Polizei sind begrenzt. Littering und falsch entsorgter Abfall ärgern viele. Menschen leben in Bubbles, nebeneinander statt miteinander, und halten sich zu oft nicht an anerkannte Spielregeln. Die Stimmbeteiligung bleibt tief. Poser und Lärm belasten Hauptstrasse und auch Quartiere. Der Verkehr nimmt zu. Im Detailhandel spüren wir den Wandel – es gibt leerstehende Ladenflächen. Man wünscht sich kreative Geschäfte, kauft aber dann dort nicht ein.

Ich weiss: Wer diese Dinge beim Namen nennt, macht sich angreifbar. Man wird schnell missverstanden, in eine Ecke gedrängt. Aber Kopf in den Sand stecken und Schweigen ist keine Haltung, und Schönreden löst kein einziges Problem. Eine Stadt, die sich ernstnimmt, muss auch die unbequemen Gespräche führen – sachlich, respektvoll, aber klar.

Deshalb mein Appell an alle Rorschacherinnen und Rorschacher: Schauen wir hin. Erheben wir unsere Stimme – im Freundeskreis, in der Nachbarschaft, bei der Arbeit, in Vereinen und ja, auch in den sozialen Medien. Nicht nur anklagen und bemängeln, sondern konstruktiv mitdenken, Vorschläge einbringen, Verantwortung übernehmen. Jede und jeder kann einen Beitrag leisten – klein oder gross.
Rorschach darf nicht nur eine Schönwetterstadt mit schöner Promenade und herrlichem See sein. Sie muss auch in allen anderen Dimensionen lebenswert bleiben – für alle, die hier zuhause sind.

Es grüsst Sie herzlich

Ihr Robert Raths, Stadtpräsident

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Es grüsst Sie freundlich
Ihr Robert Raths, Stadtpräsident
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Mit freundlichen Grüssen
Ihr Robert Raths, Stadtpräsident

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